Von Schleimern

Im Oktober waren wir familiär im nördlichen Niedersachsen zum Pilzesuchen unterwegs. Es war von Anfang an klar, dass ich mich da eher kamerabehangen als korbtragend durchs Unterholz schlagen würde. So lief ich auf ganz andere Dinge achtend neben meinen Neffen her und versuchte, aufmerksam zu bleiben. Die Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge leidet bei mir, wenn ich Ablenkung habe. Aber dann entdeckte ich in einer bestimmten Ecke diese wunderbare kleine gelbe Schleimspur am Gras/Moos am Waldboden.

Die ganze Bildbreite entspricht ungefähr 10 cm in echt. Ein sich noch fortbewegendes Plasmodium, würde ich sagen. Hach. Am äußersten rechten Bildrand kann man ein paar blaue Kugeln sehen. Kurz darauf entdeckte ich ein paar Meter weiter dann eine Ansammlung kleiner blauer Fruchtkörper an Moos und nicht weit entfernt das mit Fruchtkörpern bestückte Zwergästchen. Es handelt sich vermutlich um Didymium melanospermum. Beim letzten Bild allerdings vermute ich ganz vage sich entwickelnde Fruchtkörper einer Stemonitis Art.

Es war wie immer gar nicht so leicht, diese kleinen Fruchtkörper im unruhigen Waldbodengewusel ausfindig zu machen:

orange gnubbels

Endlich mal wieder Blutmilchpilze (Lycogala epidendrum)!

Vor knapp 2 Jahren im November 2020 entdeckte und bestimmte ich meine ersten Blutmilchpilze, die ja keine Pilze, sondern Myxomyceten sind, gemeinhin auch gern Schleimpilze genannt. Obwohl man sie das ganze Jahr über entdecken kann, und nicht wie so viele Myxomyceten nur im Sommer oder im Winter, sah ich jetzt länger als ein Jahr kein Exemplar. So richtig zu übersehen ist der Blutmilchpilz im jungen Stadium nicht, da seine Fruchtkörper von knallig oranger bis roter Farbgebung auf den Stubben und Totholz weithin sichtbar sind. Die abgebildeten 2 großen und 2 kleinen Fruchtkörper waren insgesamt ungefähr 2,5 cm breit.

Bei Myxomyceten handelt es sich um Einzeller, die sich fortpflanzen und fortbewegen. Dies tun sie als glibberige Masse, während sie sich von allem möglichen Organischem ernähren, über das sie so am Waldboden, auf Blättern und zumeist Totholz hinweg-glibbern: Bakterien, Pilzen oder auch Insekten. Aus der glibberigen und anwachsenden Masse gehen irgendwann durch langsames Austrocknen die sogenannten Fruktifikationen hervor, welche die unterschiedlichsten Formen entstehen lassen. In diesem Fall sind es Orange Gnubbels.

myxo-mikro-landschaft

Einen der sehr raren, nicht zu feuchten und stürmischen Momente mit etwas Licht nutzte ich letzte Woche, um Myxomyceten (Schleimpilze) zu suchen. Ich wollte schon aufgeben, da sah ich einen winzigen, ca. 1 cm großen gelben Fleck auf einem sehr ollen Stück Totholz. Ein Wunder, dass ich es überhaupt sah.

Bei näherer Betrachtung dachte ich, es könnte was sein. Also machte ich ein paar Fotos mit dem Makro und dann kam ich fast eine Woche später nochmal mit Stativ, Makro und Nahlinse zurück und machte zunächst ein Vergleichsfoto von derselben Seite des Stammes.

Dann bemühte ich mich unter Verrenkungen auf die anderer Seite, um das Stativ dort zu positionieren. Dass die interessanten Stellen aber auch immer so ungünstig gelegen sein müssen. Aber es lohnte sich, denn von der anderen Seite war es eine winzige kleine Landschaft. Die wabenartige Struktur finde ich sehr spannend und hatte ich so bisher noch nicht gesehen. Ich vermute einen Trichia scabra, einen Orangefarbigen Haarstäubling.

Ein kleines Stück entfernt entdeckte ich einen weiteren kleinen Fleck, ebenso klein, man mag sich das gar nicht vorstellen, vielleicht 1,7 qcm. Es sieht aus als wären es eine größere Anzahl Fruchtkörper zusammengehalten von einer durchsichtigen geleeartigen Masse. Auf dem rechten Bild kann man vermuten, dass es sich um diese Holzstückchen rumbewegt hat.

Spannend oder?

An einigen Stellen entdeckte ich noch vereinzelt kleine Fruchtkörper und dann gibts noch die abschließende Gesamtübersicht-Aufnahme. Darauf sieht man links oben die kleine Landschaft und rechts unten die geleeartige Masse. Faszinierend! Natürlich gibt es viel „schönere“ Schleimpilze, bzw. Fruchtkörper von Schleimpilzen, aber das hier finde ich auch wieder sehr anregend.

Gut versteckt

Ich bin im Archiv vom Ende des letzten Jahres unterwegs.

Im Oktober entdeckte ich diese kleine Ansammlung Fruchtkörper des Rotköpfigen Schleimpilzes (Trichia decipiens) unter der Borke eines Stück Totholzes, wo ich immer mal wieder ganz genau schaue, denn dort verbirgt sich oft das ein oder andere. Ich hatte mein Reisestativ dabei und konnte ein etwas besseres Foto aus der Nähe machen und habe auch daran gedacht, eine Gesamtansicht zu machen, damit man eine Vorstellung von der Fundsituation bekommt.

An der hellroten Farbe der Fruchtkörper erkennt man, dass es sich noch um recht junge Fruchtkörper handelt. Bevor sie irgendwann austrocknen und ihre Sporen freigeben werden sie immer dunkler bis hin zu einem dunklen Braunton. Sie sind etwas größer als Stecknadeln.

aufgereiht und umhüllt

Kurz nach einem frostigen Morgen entdeckte ich vor zwei Tagen im Wald diese schönen, mitunter winzigen Tropfen auf Moos, aufgereiht an einem Spinnennetz in einem Stubben und an winzigen Fruchtkörpern von Hemitrichia calyculata oder clavata, einem Myxomycet (Schleimpilz), der sich tief in einer Spalte eines größeren Stück Totholzes versteckte.