Sommerschleimer in Weiß und Gelb

Schleimpilze sind immer wieder reizvoll. Farben, Formen, ganze Landschaften entstehen vor dem Auge, wenn man sich etwas näher an sie heran begibt. Ein Ausleuchten mit der Taschenlampe lässt nochmal neue Eindrücke entstehen. Zwei Nachzügler aus dem Juli wollen noch gezeigt werden, jetzt wo schon die Herbst-/Winterschleimpilze ans Licht kommen. Heute mit wenig Worten, damit es auch klappt.

Der rein Weiße auf den ersten Bildern zeigt den Ceratiomyxa fruticulosa, auch Geweihförmiger Schleimpilz genannt.

In Weiß und Gelb kommt der Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides daher. Man nennt ihn u.a. auch Weißgelbes Netzpolster. Hier in ganzen Polsterlandschaften und in Gesellschaft.

Rote Glubschaugen

Die Hellbraune Glasflügelwanze (Rhopalus subrufus) kommt zumeist in einem recht kräftigen Rotton daher. Sie ist dennoch nicht leicht zu entdecken, mit ihren 7-9 mm ist sie erstaunlich gut in der Krautschicht getarnt. Und sie ist schnell unterwegs. Farblich variiert sie zwische hellbraun und einem sehr starken rotbraun. In der rotbraunen Färbung habe ich sie im Mai kennengelernt, zum Ende des Sommers im August gelang mir noch die Aufnahme einer blasseren Farbvariante. Zeitlich deckt es fast genau den Rahmen ab, in welchem man sie entdecken kann: Mai bis September.

Bis auf einen eng begrenzten Bereich in einem Waldstück hier bei mir habe ich sie noch nicht woanders entdeckt. Dort sehe ich sie recht zuverlässig direkt am Wegesrand in der typischen Krautschicht in Gesellschaft von Stink- und Schillerwanzen. Ach ja, sie hat unglaubliche rote Glubschaugen.

Ihre Larven bekam ich dann im Spätsommer am 19.08. zu Gesicht und hielt sie zunächst für Zimtwanzenlarven. Natürlich hätte ich es bessser wissen können, denn dort im Wald habe ich noch nie Zimtwanzen gesehen. 2021 bin ich in Bezug auf die Wanzen ein großes Lernstück vorangekommen, einige Zusammenhänge haben sich mir erschlossen, die Fundgebiete in Fuß und Radnähe habe ich regelmäßig forschend besucht. Spaß hat das gemacht und zu einer ansehnlichen Jahresausbeute geführt. Von denen ich hoffentlich noch einige hier vorstellen werde.

Hoher Niedlichkeitsfaktor!

Es handelt sich offenbar um eine wärmeliebende Art, die noch recht neu hier im hohen Norden sein könnte.

Ob es wohl schmeckt

Meine Hündin wundert sich bestimmt ab und an, was ich in aller Seelenruhe fotografiere. Die tintetropfenden Schopftintlinge (Coprinus comatus) gehören in ihrer Skurrilität ja auf jeden Fall zu meinen beliebteren Fotomotiven. Hier musste dann doch mal nachgeschnuppert werden, aber es lohnte sich natürlich kulinarisch betrachtet nicht 😉.

Pilzallerlei

Unübersehbar hat die Pilzsaison vor einigen Wochen begonnen. Einige besonders schöne Exemplare habe ich zu einem ersten Pilzpotpourri zusammengestellt.

Bei den folgenden Korallen, alle auf einer im letzten Herbst freigewordenen Polterstelle gesichtet, vermute ich Kammkorallen (Clavulina coralloides). Einige wirklich schöne Exemplare wachsen dort, von denen mir einige aufgrund ihrer gräulichen Verfärbungen Rätsel aufgaben. Dabei handelt es sich um Korallenbefall, einen Schimmelpilz. Wieder etwas gelernt. Es gibt ihnen ein düsteres Aussehen, was durchaus etwas hat. Die stattliche Ansammlung Korallen auf dem letzten Bild fand ich an altbekannte Stelle am Mühlenteich.

Dann entdeckte ich einen einzelnen Becherling, den ich nicht näher bestimmen kann, vermutlich eine kleine Ansammlung Violetter Lacktrichterlinge (Laccaria amethystina) und Herbstlorcheln (Helvella crispa). Sie begeistern mich mit ihrer charakterstarken, individuellen Formgebung. Ich versuche eine kleine Sammlung mit Ihnen anzulegen.

Bei den weißen, skulpturartig an einem kleinen Stubben Wachsenden würde ich zu jungen Birnenbovisten/Birnenstäubling (Apioperdon pyriforme) tendieren. Sie stehen für all die Pilze, die gerade zu hauf als helle Flecken den Waldboden durchsetzen.

P.S.: Korrekturen sind herzlich willkommen (grds.)