Gefährliche Tarnung

Die Schließmundschnecken (Clausiliidae) auf der Bahntrasse waren extrem gut getarnt. Sie waren aus der normalen Sichthöhe kaum vom Untergrund zu unterscheiden. Ein Zufall, natürlich zusammenhängend mit dem Hund, ließ mich am Rande der Autobahnunterführung genauer auf das Sand/Kiesgemisch runterschauen und eine Ansammlung von Gemeinen und Glatten Schließmundschnecken (Alinda biplicata/Cochlodina laminata) erkennen, die ich bis vor ein paar Jahren noch gar nicht hier erwartet hätte. Nachdem ich sie entdeckt hatte ging ich die nächsten Meter in Zeitlupe, da sie wirklich gut über den Weg verteilt waren.

Sie haben eine Länge zwischen 16-18 mm, leben in schattigen und feuchten Lebensräumen, hier in einem recht dunklen Waldstück am Rande der Autobahn und ernährt sich u.a. von Algen, Pilzen und welken oder faulenden Pflanzenresten. Ich mag die Strukturen ihres Gehäuses. Es gibt in Deutschland 27 Schließmundschneckenarten, deren Unterscheidung im Einzelfall schwierig sein soll. Meine Zuordnung muss mithin nicht zutreffend sein.

Kleiner Turm auf Flechte

Eine Schließmundschnecke, gefunden in unserem kleinen Waldstück. Ich hätte sie fast nicht bemerkt, da mein Augenmerk auf der Flechte lag, die ich eigentlich für den Balkon mitnehmen wollte. Erst in der Hand habe ich dann dieses kleine turmförmige Wesen entdeckt und den Ast ganz vorsichtig wieder zurück gelegt.

Diese Art Schnecken finde ich sonst ausschließlich am Strand auf unseren Fossilienausflügen. Der Name Schließmundschnecke (Clausiliidae) kommt daher, dass sie ihre Gehäusemündung mit einer innen angebrachten Falten- und Klappenstruktur verschließen kann und diese wird als Clausilium bezeichnet.