Sommerschleimer in Weiß und Gelb

Schleimpilze sind immer wieder reizvoll. Farben, Formen, ganze Landschaften entstehen vor dem Auge, wenn man sich etwas näher an sie heran begibt. Ein Ausleuchten mit der Taschenlampe lässt nochmal neue Eindrücke entstehen. Zwei Nachzügler aus dem Juli wollen noch gezeigt werden, jetzt wo schon die Herbst-/Winterschleimpilze ans Licht kommen. Heute mit wenig Worten, damit es auch klappt.

Der rein Weiße auf den ersten Bildern zeigt den Ceratiomyxa fruticulosa, auch Geweihförmiger Schleimpilz genannt.

In Weiß und Gelb kommt der Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides daher. Man nennt ihn u.a. auch Weißgelbes Netzpolster. Hier in ganzen Polsterlandschaften und in Gesellschaft.

Akzente im Gehölz

Die Schleimpilze setzen fröhliche Farbakzente im Wald.

Aufgrund der ersten beiden Lohblütenfunde (zu sehen auf den ersten 3 Bildern), die ich am Mühlenteich machte, hatte ich mir vorgenommen, in dieser Woche nochmal einen speziellen Weg in Wassernähe zu gehen. Also schnappte ich mir kurz vor 11 bei leider schon 29° im Schatten den Hund und wir machten uns auf die Suche. Nur einen einzigen konnte ich heute entdecken, bevor wir uns zum Auto zurückschleppten und es für heute gut sein ließen.

Die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), auch Hexenbutter genannt, gehört ebenso wie der bekannte Badhamia zur Familie der Physaraceae und ist recht häufig anzutreffen. Ich sehe sie zumeist auf oder neben einem bemoosten Baumstubben. Sie ist ein Myxomycet der warmen Jahreszeit und oftmals schon ab dem Frühjahr anzutreffen. In diesem Jahr bei Regen und Kälte war das allerdings eher nicht der Fall.

Der Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum) scheint sich zu einem ständigen Begleiter meiner Waldbesuche zu entwickeln, ich würde mich aber durchaus über das Entdecken neuer Schleimpilzarten freuen.

Farbwechsler

Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum) am Mühlenteich. Bei genauerem Hinsehen erweist sich der schmale Weg rechts des Mühlenteichs als wahre Fundgrube. Allerdings wird es zusehends schwieriger, weil jetzt natürlich am Ufer alles dschungelmäßig zuwächst.

Die ersten beiden Fotos mit der krassen Farbe entstanden am Tag der Entdeckung mit Hund. Dann kamen mal wieder Dauerregen und Sturm und bis ich zwei Tage später endlich wieder hin konnte, eigentlich um bessere Fotos zu machen, hatte er sich schon gewaltig verändert. Seine Farbe war aus ihm entwichen! Kleiner Lichtblick: Ein Stück von der Gruppe gab es einen einzelnen, frischen, fröhlichen, rosafarbenen Fruchtkörper.

Ein letztes Mal

Ein letztes Mal kann ich noch Winter-Myxomyceten zeigen, bevor es auf die Suche nach Sommer Schleimpilzen geht.  Dachte ich zumindest, bevor ich diesen Beitrag finalisierte, denn beim Wollkugelschleimpilz (Comatricha nigra) handelt es sich offenbar um einen Ganzjahresschleimpilz, wie ich gerade im Myxomycetenbuch las. Ich fand ihn vor einem Monat wieder an bekannter Stelle. Dort gab es sowohl schöne neue Fruchtkörper, als auch gleich daneben Fruchtkörper, die bereits ihre Sporen verteilten.

Das ist übrigens meine Fundsituation. Ich weiß nicht, ob diese Stämme nochmal abgeholt werden oder ich dort ab Herbst weiterhin nach Myxomyceten suchen werde können. Ich hoffe es, denn zwei große Polter wurden zu meinem starken Bedauern in diesem Jahr abgetragen, nachdem sie mich zwei Jahre lang mit vielen Fotomotiven beliefert haben. Das war ein kleiner Schock, als dort plötzlich nichts mehr lag. Hier gehe ich erstmal vom Besten aus.

Lückenfüller

Es ist wohl ein Rotschichtschleimpilz (Dictydiaethalium plumbeum) der sich hier durch die Totholzritze ans Tageslicht drängt.