Schachtelhalm Mikado

Neben den Pilzen gedeiht bei diesem feucht kaltem Wetter offenbar auch der Schachtelhalm am Kupfermühlenteich prächtig. Wenn ich mir die Jahreszeit so anschaue, müsste es sich eigentlich um den Winterschachtelhalm (Equisetum hyemale) handeln. Diese Halme ziehen meinen Blick magisch an und üben eine große Faszination auf mich aus. Sie leuchten sogar! Was braucht man mehr an diesen eher trüben Tagen.

Miniaturschachtelland

Miniaturwelten gibt es bei mir sonst im Herbst bei den Pilzlandschaften, aber auch diese Schachtelhalme gestalten eine kleine Miniaturwelt am Kupfermühlenteich. Ich mag diese kleinen Bäume ja eh so gern. Die Vorstellung, dass es sie bereits vor 300 Millionen Jahren als große Bäume gab …

Stil, Anmut und Schönheit

Einer meiner absoluten Lieblinge seit diesem Frühjahr sind die Schachtelhalme. Diese Pflanze hat einfach Stil, Anmut und Schönheit! Jetzt haben wir am vergangenen Wochenende ein wunderschönes, großes Exemplar am Kupfermühlenteich entdeckt. Also, ich hätte es eigentlich übersehen…

Zunächst dachten wir natürlich, oh ein Acker-Schachtelhalm, dann kam die Recherche und es stellte sich raus, dass es sich genauso gut um einen Wald- oder Sumpf-Schachtelhalm handeln kann. Manchmal hilft die ganze Recherche nichts. Laut meinem Buch würde ich denken, es ist tatsächlich ein Acker-Schachtelhalm, im Internet tendiere ich ein klein wenig zu Wald-Schachtelhalm.

Was ich aber genau weiß, die Schachtelhalme habe ich in einer wüstenähnlichen Landschaft in den Dünen an der zeeländischen Nordseeküste für mich entdeckt. Was ein wundervoller, allmorgendlicher Anblick das war. Wenn ihr euch mal den Frühjahrsbeitrag anschauen wollt: La prêle de champs.

Diese Pflanze hat doch etwas Surreales. Das Beste zum Schluss: Die Schachtelhalme sind Vertreter einer uralten Pflanzengruppe, die es bereits vor mehr als 300 Millionen Jahren gegeben hat, damals allerdings wohl viel, viel größer als heute.

La prêle de champs

Was für ein schöner französischer Name für diese Pflanze. Der deutsche Name ist etwas weniger schmeichelnd: Acker-Schachtelhalm. Diese schöne „Wüstenlandschaft“ habe ich an der niederländischen Nordseeküste in Cadzand vorgefunden, zu dem Zeitpunkt noch ohne Kenntnis ihrer Gattung und ihres Namens. Sie sieht in diesem Zustand auch noch gar nicht wie ein typischer Schachtelhalm aus.

Es handelt sich um die fertile Sprosse beim Austreiben. Auf niederländisch heißt das übrigens: „Fertiele stengel van heermoes“. Diese kleinen Dinger haben es mir echt angetan und mir jeden Morgen ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

Zum Schluss noch einmal meine kleine tägliche Wüstenlandschaft:

Und wie es im Leben oftmals ist, seitdem ich diese Pflanze kenne, sehe ich sie auch hier auf meinen täglichen Spaziergängen in diesem frühen Stadium an den Wegesrändern. War mir bisher noch nie aufgefallen.