buntspechtspecht

Viele Buntspechte (Dendrocopos major) sehe (und höre) ich zur Zeit. Gerade vorhin wieder auf dem Weg ums Dorf flogen im kleinen Wäldchen zwei Exemplare immer wieder über meinen Kopf, von Baum zu Baum, einer hinter dem anderen her. Wunderschön mitzuerleben.

Als ich mich vor dem jetzigen Wintereinbruch das erste Mal fotografisch auf die Suche nach Insekten machte, war meine schönste Sichtung die eines männlichen Buntspechtes (erkennbar am roten Genickfleck), den ich vermutlich an seiner Bruthöhle entdeckte. Nachdem ich einige geeignete Bilder in der Kamera hatte, setzte ich mich auf einen gefällten Baumstamm und schaute ihm einige Zeit zu.

Der Buntspecht ist mit seiner, einer Amsel vergleichbaren Größe von um die 23 cm und einem Gewicht von 60-90 Gramm ein äußerst kraftvoller Trommler. Mit ungefähr 20 Schlägen pro Sekunde und einer Geschwindigkeit von 25 km/h schlägt er auf den von ihm gewählten Resonanzkörper (am liebsten alter, morscher Baum oder gleich Totholz) ein und bekommt untere anderem nur deshalb keine Dauerkopfschmerzen davon, weil er ein eingebauten Stoßdämpfer hat, eine federnde Verbindung von Schnabel und Schädel. Das weithin hörbare Trommeln ist Teil seines Balzverhaltens, wobei auch die Weibchen mitunter trommeln, um ein Männchen auf sich aufmerksam zu machen.

Herbstliche Heidelandschaft

Die Fischbeker Heide ist ein 773 Hektar großes Naturschutzgebiet südlich von Hamburg zwischen Hamburg-Neugraben und Neu Wulmstorf gelegen. Hier beginnt die nördlichste Etappe des Heidschnuckenwegs.

Wir nutzten die Gelegenheit einer Familienfeier, um uns hier vorab ein wenig die Beine zu vertreten. Ich hatte mir vorgenommen, nicht immer nur die insgesamt 2-3 Stunden hin und zurück im Auto zu sitzen, sondern einfach mal früher den Hintern hochzukriegen und neue Gegenden zu erkunden. Also auf die digitale Karte geschaut, wo auf dem ungefähren Weg ein lohnenswerter Ort für einen ausgedehnten Gassigang sein könnte. Mit dieser kleinen Wanderung haben wir ihn definitiv gefunden. Der Himmel spielte farblich nicht mit, aber ansonsten bot sich eine traumhafte herbstlich eingefärbte Heidelandschaft mit Kiefern und Birken.

Man kann dort entspannt in schöner Landschaft immer wieder neue, größere und kleinere Wege gehen, Hügel erklimmen, sich durch die Kiefernwälder schlagen oder den Segelfliegern beim Starten zuschauen. Ein weiteres Erkunden ist für nächstes Jahr schon vorgemerkt, denn es ist von uns aus ein wenig schneller zu erreichen als die Lüneburger Heide und ein paar Familienfeiern führen immer in der Nähe vorbei.

Kurz bevor wir den Rückweg antreten mussten, hatten wir noch richtig Glück und bekamen Gesellschaft von einer Schäferin mit ihrer Herde. Da wir von ihnen quasi überrannt wurden, musste der Hund kurz mal auf den Schoß. Ihr folgendes, freudiges Anspielen der Heidschnucken wurde von diesen nicht erwidert.

Auf dem Rückweg verließ mich dann das Glück und noch bevor das linke Knie richtig ausgeheilt ist, gibt es die nächste Schiene um das linke Sprunggelenk. Es steckt der Wurm drin und das eine führt zur Instabilität des anderen. Zum Glück habe ich in den 2 Wochen der Beweglichkeit zwischendrin so einiges im Wald fotografiert, um hier fotografisch durch den November zu kommen.

Herbstgefühle

Bei diesen Landschaftsbildern vom Spaziergang ums Dorf bekomme ich irgendwie Herbstgefühle und das, obwohl es gestern und heute nochmal Sommertemperaturen gab. Das kann auch an den Pilzdurchbrüchen am Wegesrand von Schopftintling und Bovisten liegen, die ich eher im September verorte.