Herbstliche Heidelandschaft

Die Fischbeker Heide ist ein 773 Hektar großes Naturschutzgebiet südlich von Hamburg zwischen Hamburg-Neugraben und Neu Wulmstorf gelegen. Hier beginnt die nördlichste Etappe des Heidschnuckenwegs.

Wir nutzten die Gelegenheit einer Familienfeier, um uns hier vorab ein wenig die Beine zu vertreten. Ich hatte mir vorgenommen, nicht immer nur die insgesamt 2-3 Stunden hin und zurück im Auto zu sitzen, sondern einfach mal früher den Hintern hochzukriegen und neue Gegenden zu erkunden. Also auf die digitale Karte geschaut, wo auf dem ungefähren Weg ein lohnenswerter Ort für einen ausgedehnten Gassigang sein könnte. Mit dieser kleinen Wanderung haben wir ihn definitiv gefunden. Der Himmel spielte farblich nicht mit, aber ansonsten bot sich eine traumhafte herbstlich eingefärbte Heidelandschaft mit Kiefern und Birken.

Man kann dort entspannt in schöner Landschaft immer wieder neue, größere und kleinere Wege gehen, Hügel erklimmen, sich durch die Kiefernwälder schlagen oder den Segelfliegern beim Starten zuschauen. Ein weiteres Erkunden ist für nächstes Jahr schon vorgemerkt, denn es ist von uns aus ein wenig schneller zu erreichen als die Lüneburger Heide und ein paar Familienfeiern führen immer in der Nähe vorbei.

Kurz bevor wir den Rückweg antreten mussten, hatten wir noch richtig Glück und bekamen Gesellschaft von einer Schäferin mit ihrer Herde. Da wir von ihnen quasi überrannt wurden, musste der Hund kurz mal auf den Schoß. Ihr folgendes, freudiges Anspielen der Heidschnucken wurde von diesen nicht erwidert.

Auf dem Rückweg verließ mich dann das Glück und noch bevor das linke Knie richtig ausgeheilt ist, gibt es die nächste Schiene um das linke Sprunggelenk. Es steckt der Wurm drin und das eine führt zur Instabilität des anderen. Zum Glück habe ich in den 2 Wochen der Beweglichkeit zwischendrin so einiges im Wald fotografiert, um hier fotografisch durch den November zu kommen.

Herbstgefühle

Bei diesen Landschaftsbildern vom Spaziergang ums Dorf bekomme ich irgendwie Herbstgefühle und das, obwohl es gestern und heute nochmal Sommertemperaturen gab. Das kann auch an den Pilzdurchbrüchen am Wegesrand von Schopftintling und Bovisten liegen, die ich eher im September verorte.

Ein Baum verschwindet

Keine Sorge, nur vorübergehend. Es ist das erste Jahr in welchem ich vom Lieblingsbaum seit dem Hochsommer nur noch das obere Drittel sehen kann, da tatsächlich Mais auf dem großen Feld wächst. Der schießt wie gewohnt in die Höhe und zusätzlich weist der Acker an der Stelle, von der ich meinen Lieblingsbaum idealerweise fotografiere eine Erhöhung auf. Ein kleiner Zeitraffer von Mai bis Mitte August. Für das letzte Foto muss ich die Kamera über Kopf halten.

Im weißen Gewand mit schwarzen Punkten

Diese Woche bot sich mir eine Gespinstmotte für ein ausdauerndes Fotoshooting an, wobei fast kein gutes Foto zustande gekommen wäre, da es immer noch zu viel Wind gibt. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella). Diese Gespinstmotte ist ein sehr kleiner Falter mit einer Flügelbreite von 18-24 mm. Wenn sie so dasitzt kann man den dünnen weißen Streifen in der Landschaft sehr leicht übersehen.

Damit schließt sich wieder ein Kreis. An meiner absoluten Lieblingsfundstelle 2021, einem ca. 20 m langen Waldrandbewuchs, habe ich schon letztes Jahr Gespinstmotten-Raupen aufgenommen, konnte aber keine dazugehörenden Falter aufs Bild bekommen. Dieses Jahr gehe ich grundsätzlich strategischer vor und finde mich über Monate immer wieder an zwei, drei festen Stellen ein und schaue, was sich mir dort Neues bietet.

Das folgende Gespinst ist aus diesem Jahr und hängt meiner Meinung nach in einem Pfaffenhütchen (ich bin ja immer noch keine gute Botanikerin, aber es wird so langsam, hoffe ich). In diesen Gespinsten leben die Raupen von Mai bis Juni gesellig zusammen, verpuppen sich von Juni bis Juli auch in diesen, bevor sie im Anschluss als Gespinstmotte umherfliegen. Das Gespinst habe ich am 08.05. aufgenommen, die Gespinstmotte am 09.08..