myxo-mikro-landschaft

Einen der sehr raren, nicht zu feuchten und stürmischen Momente mit etwas Licht nutzte ich letzte Woche, um Myxomyceten (Schleimpilze) zu suchen. Ich wollte schon aufgeben, da sah ich einen winzigen, ca. 1 cm großen gelben Fleck auf einem sehr ollen Stück Totholz. Ein Wunder, dass ich es überhaupt sah.

Bei näherer Betrachtung dachte ich, es könnte was sein. Also machte ich ein paar Fotos mit dem Makro und dann kam ich fast eine Woche später nochmal mit Stativ, Makro und Nahlinse zurück und machte zunächst ein Vergleichsfoto von derselben Seite des Stammes.

Dann bemühte ich mich unter Verrenkungen auf die anderer Seite, um das Stativ dort zu positionieren. Dass die interessanten Stellen aber auch immer so ungünstig gelegen sein müssen. Aber es lohnte sich, denn von der anderen Seite war es eine winzige kleine Landschaft. Die wabenartige Struktur finde ich sehr spannend und hatte ich so bisher noch nicht gesehen. Ich vermute einen Trichia scabra, einen Orangefarbigen Haarstäubling.

Ein kleines Stück entfernt entdeckte ich einen weiteren kleinen Fleck, ebenso klein, man mag sich das gar nicht vorstellen, vielleicht 1,7 qcm. Es sieht aus als wären es eine größere Anzahl Fruchtkörper zusammengehalten von einer durchsichtigen geleeartigen Masse. Auf dem rechten Bild kann man vermuten, dass es sich um diese Holzstückchen rumbewegt hat.

Spannend oder?

An einigen Stellen entdeckte ich noch vereinzelt kleine Fruchtkörper und dann gibts noch die abschließende Gesamtübersicht-Aufnahme. Darauf sieht man links oben die kleine Landschaft und rechts unten die geleeartige Masse. Faszinierend! Natürlich gibt es viel „schönere“ Schleimpilze, bzw. Fruchtkörper von Schleimpilzen, aber das hier finde ich auch wieder sehr anregend.

Gut versteckt

Ich bin im Archiv vom Ende des letzten Jahres unterwegs.

Im Oktober entdeckte ich diese kleine Ansammlung Fruchtkörper des Rotköpfigen Schleimpilzes (Trichia decipiens) unter der Borke eines Stück Totholzes, wo ich immer mal wieder ganz genau schaue, denn dort verbirgt sich oft das ein oder andere. Ich hatte mein Reisestativ dabei und konnte ein etwas besseres Foto aus der Nähe machen und habe auch daran gedacht, eine Gesamtansicht zu machen, damit man eine Vorstellung von der Fundsituation bekommt.

An der hellroten Farbe der Fruchtkörper erkennt man, dass es sich noch um recht junge Fruchtkörper handelt. Bevor sie irgendwann austrocknen und ihre Sporen freigeben werden sie immer dunkler bis hin zu einem dunklen Braunton. Sie sind etwas größer als Stecknadeln.

aufgereiht und umhüllt

Kurz nach einem frostigen Morgen entdeckte ich vor zwei Tagen im Wald diese schönen, mitunter winzigen Tropfen auf Moos, aufgereiht an einem Spinnennetz in einem Stubben und an winzigen Fruchtkörpern von Hemitrichia calyculata oder clavata, einem Myxomycet (Schleimpilz), der sich tief in einer Spalte eines größeren Stück Totholzes versteckte.

Von Kugeln und Bechern

Beim nächsten bisschen Sonnenschein hatte ich mir vorgenommen in das kleine Waldstück zu gehen, wo vor einiger Zeit Holzraubbau begangen wurde um zu schauen, welche meiner Totholz-Schätzchen erhalten geblieben sind. Mein Lieblings-Polter, nicht allzu weit von der Straße entfernt, ist zum Glück erhalten geblieben.

Junge, weiße Fruchtkörper des Wollkugelschleimpilzes (Comatricha nigra), rote Trichia-Kugeln, feine kleine violette Becherchen (Fleischroter Gallertbecher/Ascocoryne sarcoides), eine etwas größere Ansammlung von Wollkugeln und ein älterer Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum). Es gibt zur Zeit viele von ihnen, sie sind allerdings in dieser Farbgebung nahezu unsichtbar am Totholz.

Die kleine Fruchtkörperansammlung auf Bild 1 misst insgesamt ca. 2 cm in der Breite, zu ihnen gibt es auf Bild 6 eine Fundstellen-Übersicht. Dort findet man sie ganz oben an der Schnittkante. Auch die größere Ansammlung von Wollkugelschleimpilz-Fruchtkörpern sieht man nochmal in einer etwas größeren Gesamtansicht. Aus einem kleinen, ca. 4 cm großem Blatt wuchsen in einer Vertiefung des Totholzes ein paar winzige kleine Pilze. Nach diesen Funden ging ich beschwingt wieder nach Hause.

Geschmücktes Moos

Ich zeige noch einmal Stemonitis-Schönheiten. Diese befinden sich auf Moos, welches auf Totholz am Waldboden wächst. Das folgende, mittlere Bild hatte ich Ende November schon gezeigt. Links ist das erste Stadium zu sehen, welches ich entdeckte. Am Tag darauf waren es bereits die perfekten Perlen, wieder einen Tag später sind sie in Gruppen zu zarten, altrosafarbenen Stielen emporgeschossen. Fantastisch anzusehen!

Es ist doch verrückt, wie aus den recht großen Perlen in der Mitte diese zarten rosafarbenen Gruppen entstehen, indem sie sich wieder zusammenziehen, langsam die Farbe verändern und in die Höhe schießen. Die Bilddiagonale beträgt ca. 9 cm.

Einen einzigen Tag später, man sieht es auf dem folgenden Foto, waren sie schwarz verschmolzen, da schon sehr schwer zu sehen und zu fotografieren an ihrem Standort unten am dunklen, unzugänglichen Waldboden. Hier half nur die Taschenlampe. Am letzten Tag meiner Beobachtungen, also am insgesamt 5 Tag, waren sie bereits deutlich ausgetrocknet. Danach bin ich nicht mehr hin, allerdings war ich vor ein paar Tagen erstaunt, als ich nach längerer Zeit wieder da war und immer noch Überreste erkennen konnte.

Das erste Foto ganz oben zeigt sie in einem Stadium, wo sich ihr Plasmodium, also ihr schleimartiger Zustand langsam verfestigt. Erst zu dem Zeitpunkt werden sie sesshaft. Zuvor sind sie mobil. Das muss man sich immer wieder vor Augen halten, denn es ist so unglaublich. Diese einzelligen Amöben pflanzen sich fort und wachsen. Dann wandern sie als Glibbermasse über Boden, Totholz, Moos, etc. fressen weiter und wachsen. Zu fressen finden sie reichlich: Bakterien, Einzeller, Pilze, auch Insekten. Irgendwann fangen sie dann an zu fruktifizieren, wie auf dem ersten Bild. Dann verbleiben sie an dem Ort.

Noch ein paar abschließende Aufnahmen von dieser Fundstelle: