Abends auf dem Balkon

Ein schöner Grillabend auf dem Balkon bei sehr sommerlichen 28 Grad und das Mitte September. Nicht nur wir haben gut gespeist, auch eine kleine Spinne hatte Glück und hat eine für ihre Verhältnisse stattliche Fliege in ihre Fänge bekommen. Ich habe es noch geschafft, Kamera und Makro zu holen, 3 Minuten später hatte sie ihre Beute unter die Lehne der gestapelten Plastikstühle gebracht. Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache, aber eigentlich ist es faszinierend und ich hatte noch nie Gelegenheit, so dicht ranzukommen.

Waldbegegnungen

Wanzenalarm beim morgendlichen Waldspaziergang. Ich verrenkte mich gerade, um eine einzelne Wanze aufzunehmen, da schaute ich nach links und sah diese Wanzenversammlung vieler Lederwanzen (Coreus marginatus) und zweier Grüner Stinkwanzen (Palomena prasina) auf einem Blatt links von mir. Ich glaube, die haben sich vor mir erstmal genauso erschrocken, wie ich mich vor ihnen. Man sieht ja erstmal nur eine krabbelnde Bewegung, bevor der Blick sich scharfstellt und erkennt, es sind „nur“ Wanzen.

Die zwei Stinkwanzen erinnerten mich an die Larven der Grünen Stinkwanze, die ich vor ein paar Wochen im nahen Waldzugang aufgefunden hatte. Hier ein paar Bilder von ihnen. Ich finde sie sehr knuffig in ihrem hellgrünen und grün-schwarzem Kleid. Der Farbwechsel zeigt ein unterschiedliches Entwicklungsstadium an, wobei die grün-schwarze Larve das frühere Larvenstadium sein soll.

kleine portraits

Die Begegnungen mit den ganz Kleinen und die Chance/das Glück sie auch immer öfter in Bildern festhalten zu können, eröffnet eine ganz neue, besondere Welt. Diese Erlebnisse schärfen meine Wahrnehmung und meine Achtsamkeit ihnen gegenüber.

Skorpionsfliegen kenne ich mittlerweile, aber dass es Tanzfliegen (!) gibt, war mir bisher nicht bekannt. Und sie sind sehr interessant anzuschauen, nicht nur, wenn sie gerade abheben. Ihr Name hat mit ihrem Verhalten im Rahmen der Fortpflanzung zu tun, dazu später einmal mehr. Dies ist eine erste Auswahl dieser gelungenen Momente, wo sich klein und groß ganz in Ruhe begegnen durften.

Kleine Schönheiten

Auf der Mauer auf der Lauer … Ich denke, dass wenige Menschen wissen, wie schön einige dieser Wanzen tatsächlich sind. Sie haben mich seit dem Frühjahr in ihren Bann gezogen und so mache ich mich ab und an auf die Suche nach diesen unterschätzten Geschöpfen. Es bedarf einiger Geduld, um sie überhaupt ausfindig zu machen, auch da viele dieser Wanzen nur wenige Millimeter groß sind.

Über die rote Weichwanze (Deraeocoris ruber) war ich schon in Larvenform gestolpert, ahnte das aber lange Zeit nicht. Auf der Suche nach Marienkäferlarven war ich im Frühjahr über ein sehr kleines, obskures Tierchen gestolpert und es bedurfte auch hier Geduld und eines glücklichen Zufalls, um herauszufinden, dass es eine Wanzenlarve ist.  Ein verrücktes kleines Teil.

Besuch auf dem Balkon

Die Insektenfotografie bringt wirklich ungeahnte Freuden in meinen Alltag, auch wenn es natürlich ein Drama ist, wie wenig Insekten unterwegs sind. Aber die Vorhandenen zu entdecken und gut abgelichtet zu bekommen hat sich zu einem schönen Sammel-Hobby entwickelt. Seit dem letzten Jahr erst sagt mir der Begriff Schwebfliegen (Syrphidae) überhaupt etwas und passend zum Buch von Fredrik Sjöberg „Die Fliegenfalle“, in welches ich gerade mal wieder reinlese, entdecke ich so einige unter den Besuchern auf unserem Balkon.

Bei dieser handelte es sich wohl um eine Blasenköpfige Schwebfliege (Scaeva pyrastr). Sehr hübsch und es fiel sofort auf, dass sie sich farblich, weiß statt gelb, von den bisherigen, regelmäßigen Schwebfliegen-Besuchern unterscheidet.