wilde minis – wanze auf weidenkätzchen

Im kleinen, noch recht jungen Birkenwäldchen krabbelte mir die Birkenwanze (Kleidocerys resedae) vor die Linse. Keine Überraschung, sagt ihr? Richtig, aber nur, wenn man weiß, dass es sich um die Birkenwanze handelt. Das war mir erst nach einer kurzen, intensiven Internetrecherche klar. Bei Beunruhigung sollen die Wanzen hörbare Zirplaute von sich geben. Während des Fotografierens stand ich sehr lange sehr nah an dem Tier, konnte aber leider keine Geräusche wahrnehmen. Vielleicht gab es nichts zu hören oder die nahe A1 war trotz geringeren Verkehrsaufkommens noch zu laut.

Das kleine, aufgeforstete Wäldchen mit den vielen jungen Birken zählte bisher noch nicht zu meinen Stammplätzen. Ab und an war ich dort das kleine Stück reingegangen, aber der Weg wurde immer schlechter und dort ganz in der Nähe füttert der Förster auch die Wildschweine an. Ich war zu fotografischen Experimenten dorthin gefahren und fand dort eine unglaublich friedvolle Atmosphäre vor. Es ist dort licht und hell, die zarten Birken säumen den Weg hin zu einer kleinen Lichtung mit einem Hochsitz. Ich werde dort jetzt wohl öfter anzutreffen sein.

wilde minis – mit rüssel

Mein erster Rüsselkäfer! Diesen sehr kleinen Rüsselkäfer (Curculionidae) habe ich beim Waldbaden am Kupfermülenteich entdeckt. Naja, besser gesagt, lag ich am Waldboden und versuchte den Totholzstamm, der sich zu einem meiner Lieblingsplätze in diesem Jahr zu entwickeln scheint, auf mich wirken zu lassen.

Er war so ca. 3-4 mm klein. Es gibt tatsächlich so viele Rüsselkäfer, es soll alleine in Deutschland mehr als 800 (!) Arten geben, dass ich erstmal auf eine genauere Einschränkung verzichte. Weltweit soll es übrigens bis zu 60.000 Arten Rüsselkäfer geben. Das Blatt und der Käfer sehen nur aufgrund des unterschiedlichen Sonnenlichteinfalls so verschiedenfarbig aus.

Nachtrag am 21.03.20: Es handelt sich um den Kohlschotenrüssler. Wie so oft stolpere ich zufällig über diesen Käfer, als ich zum Käferbefall am Raps recherchiere. Dieser „Rapsschädling“ überwintert tatsächlich in den angrenzenden Waldrändern.

das kleine glück zu meinen füßen

Diese unglaubliche, sehr kleine, geradezu winzige Pilzsansammlung entdeckte ich zum Glück, bevor ich meinen Fuß aufsetzte.

Ist das nicht verrückt, was da zu unseren Füßen im wirklich Kleinen entsteht und vergeht, zumeist ungesehen? Diese winzigen Schwindlinge (es könnten Halsbandschwindlinge sein) wachsen aus einem herabgefallenen Blatt.

Filigrane Emporkömmlinge

Nach dem Fund der Geweihförmigen Holzkeule war ich lange auf der Suche nach weiteren Pilzen aus der Gattung der „Keulen“. Da war mein Jagdtrieb erwacht!

Ohne es zu wissen, hatte ich bereits einen tollen, sehr unscheinbaren Vertreter dieser Gattung gefunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um die Binsenkeule (Macrotyphula filiformis)! Ein ganz zarter, dünner Pilz, der maximal  8-10 cm lang war. Wieder an der tollen Kupfermühle im Unterholz entdeckt, streckt er an einigen Stellen fast flächendeckend seinen zarten Körper in die Höhe.

Zunächst dachte ich übrigens, dass es sich um die röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa) handelt. Die ist aber dicker im Umfang. Anders als die röhrige Keule, die auf Ästen wächst, wächst die Binsenkeule tatsächlich auf dem herabgefallenen Laub.

Was für eine Farbe!

Ich entdecke sie jetzt ja häufiger, die Korallen. Sie verstecken sich ganz gut im Unterholz, aber es ist wie immer, wenn man sie erstmal wahrgenommen hat, dann sieht man sie auch öfter. Dieses Exemplar, welches ich bei einem gemeinsamen Waldspaziergang am vergangenen Wochenende entdeckt habe, ist bisher absolut einmalig hier in der Umgebung.

Rechts am Wegesrand auf einem kleinen Baumstumpf wachsend, machte mich nur diese tolle, kräftige, orange Farbgebung auf sie aufmerksam. Und zum Glück hatte ich die richtige Kamera dabei, um diese Farbe so real wiedergeben zu können.

Es handelt sich wohl um die Goldgelbe Koralle (ramaria aurea), auch Ziegenbart (!?) genannt. Und wo wir wieder bei wundersamen Wörtern sind, dieser Pilz gehört zur Familie der Schweinsohrverwandten. Wenn es sich tatsächlich um die Goldgelbe Koralle handelt ist sie gut essbar und sogar wohlschmeckend. Allerdings besteht bei den Korallen grundsätzlich eine starke Verwechslungsgefahr, weshalb es wohl auch gleich eine Koralle mit dem schönen Namen Bauchwehkoralle gibt.

Keulen im Unterholz

Pilzwunderland, ganz ehrlich! Wer hätte gedacht, dass auch das Unterholz so interessant ist und mit so spannenden naturfunden aufwartet.

Und dieser Fund ist nicht einmal selten, aber der Name ist doch ganz wunderbar: Die Geweihförmige Holzkeule. Ich glaube, diesen Pilz übersieht man gern, da er an Totholz und an Baumstümpfen wächst, aber so gar nicht ins Auge sticht. Besser gesagt, man nimmt ihn nicht wahr. Jetzt nehme ich ihn natürlich immer und überall wahr, an Wegesrändern und im Wald. Aber seine volle Wirkung entfaltet er tatsächlich erst, wenn man sich gaaaanz nah ran an ihn begibt.

Wenn die Geweihförmige Holzkeule sich in dichtem Bewuchs von einem Baumstumpf in die „Höhe“ schlängelt, erinnert sie an Flechten. Und ein Flechten-Fan bin ich ja schon lange. Die Höhe beträgt übrigens so 3-5 cm. Es sind also kleine Wunder!

Auch die Holzkeulen tragen mal wieder sehr interessante Namen: Vielgestaltige Holzkeule (!?), auch Veränderliche Holzkeule genannt, Fädige Holzkeule oder Multiplex Holzkeule seien nur ein paar Beispiele. Wenn ich das richtig sehe, sollten davon auch noch einige in heimischen Wäldern zu finden sein, allerdings sehen sie aufgrund der oftmals rein dunklen Färbung sehr unscheinbar aus. Ich werde mich demnächst auf die Suche begeben.

Garten-Trilogie – #3 Das große Posieren

Es regnet, stürmt und wird früh dunkel. Der ideale Zeitpunkt, um die Gartentrilogie zu vollenden. Das große Fliegen, Krabbeln und Sonnenbaden, welches während des Gartenshootings stattfand, soll natürlich auch noch gezeigt werden.

Eben war ich bei der Nachbarin im Garten und ich konnte gerade noch die Dahlienknollen bewundern, die sie ausgegraben und für die Einlagerung fertig gemacht hatte. Lagen da in Reih und Glied auf dem Boden mit farblichen Bändern versehen. Ich glaube, diese Aktion werde ich im kommenden Jahr mal verewigen. Spannend bleibt die Frage, ob die Mäuse die Bänder während der Überwinterung fressen werden. Offenbar hatten Mäuse zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal angebrachte Schilder aufgefressen. Und das trotz dreier Katzen im Haus.