Des Waldes Haarpracht

Auf dem Weg zu Teuerlingen und Trompeten im Wald hatte ich endlich mal wieder das große Glück Haareis zu entdecken und zwar prächtiges Haareis. Es wuchs aus einem am Waldboden liegenden Totholz-Ast heraus. Die Bedingungen waren ideal: Morgens -1° zeigte das Thermometer beim ersten Kaffee an. Mir zu kalt um frühzeitig loszugehen. Gegen 11:00 bin ich dann kurz zum Fotografieren in den noch recht kalten Wald gegangen, um einen Zufallsfund näher zu dokumentieren. Es waren mittlerweile um die 2° und die Sonne schien, jawohl die Sonne!!!.

Dieses besondere Eis, auch Eiswolle genannt, entsteht, indem Wasser bei den idealen Umgebungsbedingungen durch Gase eines winteraktiven Pilz aus dem Holz herausgedrückt wird. Das Eis wächst mit einer Geschwindigkeit von 5-10 mm pro Stunde! Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei dem beteiligten Pilz um die Rosagetönte Gallertkruste (Exidiopsis calcea) handelt, die nur auf Laubgehölzen wächst. Dies und einiges mehr ist nachzulesen in einem vertiefenden Beitrag auf der Seite der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Zu den Teuerlingen und Trompeten komme ich dann das nächste Mal. Die sind etwas zeitintensiver in der Nachbearbeitung.

Holz im Winterlager

Ich fotografiere ganz gern im sehr weitläufigen Brennholzlager einer Nachbarin. Sie hat auf geschätzten 400 qm Holz in unterschiedlichen Stadien für die Weiterverarbeitung gelagert.

Im letzten Jahr habe ich dort an einem Tag sehr schönes Haareis entdeckt, mehr dazu gibt es hier. Das war ein wahrer Glücksfund!

Eiswolle auf Totholz

Der Fund ist genauso spannend wie der Titel vermuten lässt. Ein wohl recht seltenes Phänomen, entdeckt im aufgeschichteten Holzlager einer Nachbarin: Haareis!

Dies war der einzige, betroffene Stamm in einem wirklich großen Areal von Totholz. Und so soll es dazu kommen: Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt wird das, innerhalb des toten Holzes noch nicht gefrorene Wasser durch die von einem winteraktiven Pilz produzierten Gase nach aussen gedrängt und gefriert dort. Natur!