Gelbe Landschaftsmarker

Beim Gassigang am 1.Weihnachtstag zeigten sich dank des feuchten Wetters wieder viele kleine gelbe Landschaftsmarker links und rechts des Wegs auf Totholz: Goldgelbe Zitterlinge (Tremella mesenterica). Es wird pilzig hier in den nächsten Tagen…

Gelbes und Schwarzes

Immer wieder bleibt nach Stürmen mein Blick an dem satten, strahlenden Gelb der Goldgelben Zitterlinge (Tremella mesenterica) hängen, die mit kleinen oder größeren Ästen von den Bäumen geweht wurden und jetzt links und rechts des Wegs am Boden liegen. Zumeist tiefer im Wald entdecke ich auf Totholz den Klebrigen Hörnling (Calocera viscosa). Er neigt farblich auch gern zum kräftigen Orange. Passend zum Thema gibt es hier natürlich ein schönes gelbes Exemplar. 

Erst seit kurzem nehme ich in den Abgestutzten, bzw. stoppeligen Drüsling (Exidia truncata) aus der schwarzen Pilzecke bewusst wahr. Es gibt ihn nicht nur sehr häufig, er weist auch eine große Formenvielfalt auf. Auch ihn findet man als „Sturmopfer“ links und rechts des Wegs, allerdings muss man ein wacheres Auge haben als bei den strahlenden gelben Farbklecksen der Goldgelben Zitterlinge oder der Riesen-Gallertträne (Dacrymyces chrysospermus).

Feuchtigkeit als Lebenselixier

Das Schöne an diesen langen feuchten Tagen sind die Pilze, die so richtig davon profitieren und die sich jetzt endlich in ihrer ganzen Pracht zeigen. Es beschwingt die Judasohren (Auricularia auricula-judae) aus jeder Ritze der Holunderbäume hervorzukommen und die Goldgelbern Zitterlinge ihre Farbkleckse in die Landschaft zu setzen. Sie sind diesen Winter im Verhältnis zu den letzten beiden Jahren spät dran.

Der Balkon-Ahorn verabschiedet seine letzten Blätter mit einer kleinen Schnee/Eisschicht. Meine erste Pilz-Neuentdeckung in 2021 ist der Rotbraune, bzw. Blattartige Zitterling, den ich auf einem Polter mit Kurzholz entdeckte. Womit noch ein neuer Fachbegriff dazu kommt. Schon länger fragte ich mich, wie die Stapel mit dem Nutzholz eigentlich heißen. Da könnte ich direkt nochmal einen Beitrag zu machen, letztes Jahr wurden hier wirklich viele Bäume geschlagen.

An Baum und Strauch

Im späten Herbst und frühen Winter findet sich an Baum und Strauch viel Sehenswertes. Manches, wie die Goldgelben Zitterlinge oder manchmal auch die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina) springen einem direkt ins Auge. Anderes, wie die herabgefallenen, an Zweigen hängengebliebenen Herbstblätter, nimmt man schon weniger leicht wahr. Dann gibt es noch die gut versteckten und fast unsichtbaren Vogelnester oder die umschlungenen Baumstämme. Alles kleine Naturkunstwerke, die es auf den Spaziergängen zu bewundern gibt. 

Farbexplosion im Apfelbaum

Was für eine wunderbare Farbexplosion im alten Apfelbaum an der Bahntrasse. Moment, ein Goldgelber Zitterling in einem Apfelbaum? Die wachsen doch auf Totholz. Das hat mich ganz schön beschäftigt und konnte so natürlich nicht live gehen.

Beim heutigen Gassigang dann konnte ich das Rätsel lösen. Es ist tatsächlich ein Goldgelber Zitterling (Tremella mesenterica) oben im Apfelbaum, aber bei genauer Betrachtung erkannte ich, dass da oben ein abgetrennter Ast im Baum verblieben war. Sieht schön aus!