und plötzlich schreckt das reh

Dieser Tage sind es Morgenspaziergänge. Die Mittagsspaziergänge wurden aufgrund der Hitze zu Morgenspaziergängen und sie sind immer gut für schöne kleine Begegnungen. Nicht nur die menschlichen, da treffen wir mittags eher auf andere, die Tierbegegnungen sind es, die das Gehen durch die ergrünte und erblühte Natur abrunden.

Heute kam kurz hinter uns ein kleiner Rehbock aus dem Raps, blieb ein bisschen stehen, schaute uns an, wir schauten ihn an und dann fing er an uns anzubellen. Das ist ja nichts für meine Hündin, das irritiert sie schon deutlich. Er schreckte und schreckte. Dann hatte er irgendwann genug und hoppelte seines Weges. So sah es zumindest aus. Sehr witzig war das. Und wird hier als Erinnerung festgehalten.

Ebenso wie ein paar passende Bilder von der Wegstrecke, die so schön spätfrühlingshaft ergrünt ist und auch der Raps blühte vor ein paar Tagen gerade noch gelb. Ein ständiger Begleiter ist zur Zeit die Katze einer Nachbarin. Sie hat ein recht großes Revier und begegnet uns in den letzten Tagen mitunter mitten im Wald.

Waldschleicherin

Beim Nachmittagsspaziergang im Wald sahen wir zunächst eine tote Blindschleiche, bevor wir am Rand halb hinter einem Grasbüschel versteckt eine zweite, zum Glück lebende Blindschleiche (Anguis fragilis) entdeckten. Sie verharrte dort als ob sie nicht von der toten Blindschleiche weichen wollte.

Sie war recht zart, ca. 15-20 cm lang.

Die Blindschleiche ist entgegen der lateinischen Bezeichnung Anguis (Schlange) tatsächlich eine beinlose Echse und so deutet der zweite Teil fragilis (zerbrechlich) auf ihre Fähigkeit hin, einen Teil ihres Schwanzes abwerfen zu können. Der Namensteil „Blind“ im deutschen Wort Blindschleiche leitet sich wohl vom althochdeutschen Wort „plint“ für blendend ab.

Blindschleichen bewegen sich deutlich langsamer als Schlangen. Ringelnattern huschen zumeist so schnell davon, dass ich sie nur aus den Augenwinkeln wahrnehme. Diese Echse zog sich nur sehr langsam, in absoluter Beobachtungsgeschwindigkeit vom Wegesrand zurück.

Bei Interesse lohnt sich ein Blick in das Artenportrait des NABU.

Überraschungsgast am Morgen

Da mir die Meisenknödel ausgegangen sind, gibt es Vogelfutter in der Schale und das zieht nicht nur Vögel an. Heute früh wunderte ich mich, warum Amsel und Spatz so umhertrapsen und immer wieder zur Schale rüberlinsen. Siehe da, ein Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) war zum Frühstück auf den Balkon gekommen. Ganz und gar entzückend.

Sinnestäuschung

Es ist ganz und gar erstaunlich, wie gewunden und uneben diese Straße aussieht, auf der ich häufig gehe, dann aber gefühlt recht gerade und eben.

schwarz-weiß

Ein sehr hübsches kleines Pelztier geriet mit gestern vor die Linse. Ich denke, es handelt sich um eine Graue Sandbiene (Andrena cineraria). Vielleicht war sie erschöpft, sie bewegte sich nicht und ließ mir Zeit, sie in Ruhe zu fotografieren. Die Bachstelze (Motacilla alba) sah ich auf dem Balkon landen und erwischte sie zum Glück kurze Zeit später mit dem Tele auf dem Zaun der Nachbarn.

Bei der Grauen Sandbiene handelt es sich um eine Solitärbiene, deren Weibchen Erdnester mit 2-3 Brutzellen graben, in welche die Eier mit einem Pollenvorrat kommen. Gerade habe ich gelesen, dass die Wespenbiene (Nomada lathburiana), die auch Kuckucksbiene genannt wird (!) ihre Larven in die Brutzellen der Grauen Sandbiene legt, welche sich dann von Pollen und Ei oder auch der geschlüpften Larve ernährt. Das gibt es also wirklich überall und ist wie immer spannend zu lesen. Aber für heute gibt es keine weitere Recherche.