Im frühen Schlaf ein Blubbern

Heute früh ging ich aus gutem Grund direkt nach dem zweiten Kaffee einmal ums Haus rum, da ich etwas aufnehmen wollte. Ein spontaner Zaungast kam dann allerdings zuerst aufs Foto:

Der wahre Grund meines Aufbruchs versteckt sich wenige cm neben unserem Schlafzimmerfenster. Dort hat eine Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ein neues Nest gebaut und der Nachwuchs dringt morgens mit seinem gurgelnden Blubbern immer in meine Tiefschlafphase. Wie Brabbeln unter Wasser hört sich das an. Es nisten hier am gesamten Gebäudekomplex immer einige Schwalben, aber noch nie so nah dran. Da unser Anblick direkt am Fenster jetzt für Stress sorgt, bleibt das Plissee weiter unten. Die Erneuerung des beim letzten Sturm zerrissenen Fliegengitters muss so (zum Glück) auch noch etwas warten.

Eichhörnchen zum Frühstück

Ab und an sehe ich Eichhörnchen (Sciurus) durch die Gärten huschen, auch mal auf unserem Balkon nach der Vogelfutterlage schauen, aber noch nie saß ein Eichhörnchen so entspannt mümmelnd auf dem Lattenzaun in der Morgensonne. Ich schaute eine Zeit lang mit meinem Kaffee in der Hand zu, entschied mich dann, schnell die Kamera mit dem Tele zu holen und bekam ein bisschen was geboten dafür, dass ich nur in Socken vorsichtig auf den Balkon geschlichen war.

Erst noch gemütlich mümmelnd auf dem Zaun, ein Blick nach rechts, ein Blick zu mir, runter auf dem Boden, wieder hoch, dann links in den nächsten Garten, dort in die Holunder und von dort rüber in die Haselnuss. Zwischendurch gab es auch noch einen kleinen Ausflug auf das Schuppendach, aber da schien ich zu nah mit meiner Kamera.

buntspechtspecht

Viele Buntspechte (Dendrocopos major) sehe (und höre) ich zur Zeit. Gerade vorhin wieder auf dem Weg ums Dorf flogen im kleinen Wäldchen zwei Exemplare immer wieder über meinen Kopf, von Baum zu Baum, einer hinter dem anderen her. Wunderschön mitzuerleben.

Als ich mich vor dem jetzigen Wintereinbruch das erste Mal fotografisch auf die Suche nach Insekten machte, war meine schönste Sichtung die eines männlichen Buntspechtes (erkennbar am roten Genickfleck), den ich vermutlich an seiner Bruthöhle entdeckte. Nachdem ich einige geeignete Bilder in der Kamera hatte, setzte ich mich auf einen gefällten Baumstamm und schaute ihm einige Zeit zu.

Der Buntspecht ist mit seiner, einer Amsel vergleichbaren Größe von um die 23 cm und einem Gewicht von 60-90 Gramm ein äußerst kraftvoller Trommler. Mit ungefähr 20 Schlägen pro Sekunde und einer Geschwindigkeit von 25 km/h schlägt er auf den von ihm gewählten Resonanzkörper (am liebsten alter, morscher Baum oder gleich Totholz) ein und bekommt untere anderem nur deshalb keine Dauerkopfschmerzen davon, weil er ein eingebauten Stoßdämpfer hat, eine federnde Verbindung von Schnabel und Schädel. Das weithin hörbare Trommeln ist Teil seines Balzverhaltens, wobei auch die Weibchen mitunter trommeln, um ein Männchen auf sich aufmerksam zu machen.