Für Herz und Seele

Viele Rehe begleiten in den letzten Wochen meine Gassirunden, aber ich genoß zumeist still und ohne die Kamera in die Hand zu nehmen. Jetzt ergaben sich zwei Gelegenheiten bei denen ich das Tele dabei hatte und auch die entsprechende Muße hatte, zu fotografieren. Einmal sah ich im kleinen Wäldchen nah bei der Straße die vier oberen Rehe und das andere Mal am anderen Endes des Wäldchens ein Reh mit zwei Kitzen, aber nur eins ist hier zu sehen.

Und dann war da das Reh

… in unserem Garten und bleibt dort schon seit zwei Tagen. Gestern früh wunderte ich mich über eine farbliche Veränderung im Garten links vom großen Riesenbovisten. Das war doch am Vorabend noch nicht da gewesen als wir mit dem Hund im Garten toben waren. Ich konnte es überhaupt nicht zuordnen. Wie immer in solchen Fällen kommt das Tele zum Einsatz. Zunächst sah ich nur einen großen Haufen, der farblich da nicht hinpasste und hatte schon Angst, dass es irgendein totes Tier ist. Dann hob es den Kopf und ich sah das Reh so wie ihr es hier auf dem ersten Bild seht. Als es Nachmittags immer noch da war machte ich mir Sorgen, ob es ihm gut geht. Mir fiel dann ein mittelgroßer Stein vom Herzen, als es im Garten zum Äsen unterwegs war. Heute früh war es dann nicht mehr da, aber am frühen Vormittag plötzlich doch wieder. Mal schauen, was das noch gibt. Eigentlich ist es ideal bei uns aufgehoben. Unser leicht verwilderter Gemeinschaftsgarten bietet reichlich Nahrung, wie man sieht ruhige verdeckte Ecken und es stört niemanden, dass es da ist und die Pflanzen frisst. Das mögen die Nachbarinnen ansonsten so gar nicht in ihren gepflegten Gärten.

Im frühen Schlaf ein Blubbern

Heute früh ging ich aus gutem Grund direkt nach dem zweiten Kaffee einmal ums Haus rum, da ich etwas aufnehmen wollte. Ein spontaner Zaungast kam dann allerdings zuerst aufs Foto:

Der wahre Grund meines Aufbruchs versteckt sich wenige cm neben unserem Schlafzimmerfenster. Dort hat eine Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ein neues Nest gebaut und der Nachwuchs dringt morgens mit seinem gurgelnden Blubbern immer in meine Tiefschlafphase. Wie Brabbeln unter Wasser hört sich das an. Es nisten hier am gesamten Gebäudekomplex immer einige Schwalben, aber noch nie so nah dran. Da unser Anblick direkt am Fenster jetzt für Stress sorgt, bleibt das Plissee weiter unten. Die Erneuerung des beim letzten Sturm zerrissenen Fliegengitters muss so (zum Glück) auch noch etwas warten.