Gelbe Punkte im Wald

Nichtsahnend gehe ich den schmalen, zugewachsenen Waldweg entlang, als mir plötzlich etwas ungemein Gelbes ins Auge sticht. Bei näherer Betrachtung dachte ich gleich an einen Pilz. Die Recherche ergibt Spannendes: Es handelt sich um einen Schleimpilz (da haben wir ihn wieder) und zwar um die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), auch Hexenbutter genannt. Allein die Namen sind schon wieder toll.

Da ich mit den Bildern nicht recht zufrieden war, bin ich ein paar Tage später noch einmal dorthin und der Pilz war nicht mehr da. Ich ging weiter und plötzlich wieder etwas Gelbes und zwar richtig Zitronengelb! Auf dem dritten Bild sieht man die Lohblüte in der Originalfarbe. Die Kleckse waren nur wenige cm groß. Man sieht das bei der Gesamtaufnahme des Stubben.

Die gelbe Lohblüte bewegt sich und sucht sich ihren Weg zu den Nährstoffen. Schleimpilze sind nicht Pilz und nicht Tier, sondern bewegen sich irgendwo dazwischen. Spooky! Ob er allerdings mal eben in ein paar Tagen mehr als 10 Meter zurücklegen kann, da bin ich mir nicht sicher, habe allerdings keine weiteren gelben Punkte im Wald gesehen,  Auch interessant: In Mittelamerika werden Teile des Schleimpilzes wie Rührei gegessen. Sie heißen dort „caca de luna“ (Mondkacke). Zu finden auf 123pilze. Eine sehr schöne Zusammenfassung der auf der Welt beobachteten und untersuchten Besonderheiten der Gelben Lohblüte gibt es auf lokalkompass zu lesen. Lohnt sich allein schon wegen der „Alien-Invasion“ in Dallas/Texas. Ich hätte beim ersten Anblick nie gedacht, dass es sich um diesen Schleimpilz handelt, der offenbar „eine gewisse primitive Intelligenz“ aufweist. So spannend kann ein Waldspaziergang sein!

Die wundersame Mehrung

Dieser warme und sehr feuchte Winter bringt mich nach kurzer Zeit zu einem erneuten Beitrag über die fantastischen Judasohren. Wie die Zitterlinge und auch die Drüslinge, kleiner Vorgeschmack auf Kommendes, blühen auch die Judasohren (Auricularia auricula-judae), durch dieses für sie fruchtbar feuchte und nicht allzu kalte Wetter auf. Die Besonderheit bei ihnen ist eine wundersame Vermehrung, die allzu schön anzusehen ist.

Perfektes Wetter

Zumindest für die Pilze im Allgemeinen und die Goldgelben Zitterlinge (Tremella mesenterica) im Besonderen. Diese gelben Tupfer links und rechts sind ein sonniger Begleiter in diesen Tagen.

Sie fallen aktuell oft den Stürmen zum Opfer und liegen dann zu meinen Füßen auf und neben den Wegen.

Der Fruchtkörper des goldgelben Zitterlings wächst und schrumpft je nach Wetter. So wie jetzt, bei starker und anhaltender Feuchtigkeit wächst er, wird es trocken schrumpft er zusammen und wird wieder unscheinbar. Wird es wieder feuchter, wächst er erneut und fällt auch wieder ins Auge.

Striegeliger Schichtpilz

Seine Farbenpracht hat mich auf ihn aufmerksam gemacht. Ein kräftiges Gelb in unterschiedlichen Nuancen auf dem immer noch eher herbstlichen Waldboden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um einen striegeligen Schichtpilz (Stereum hirsutum) handelt, der in „ausgeklapptem“ Zustand Trameten ähnelt. Nach den Kammpilzen, nun also die Schichtpilze. Nachdem ich mir einige Fotos im Netz angeschaut habe, war ich mir außerdem sicher, dass ich ihn bereits häufig aufgenommen hatte. Ein paar Beispiele konnte ich auf die schnelle noch finden. Ich würde aktuell vermuten, dass es sich bei allen abgebildeten Pilzen um den striegeligen Schichtpilz handelt. Aber Fehlbestimmungen sind nicht ausgeschlossen.

Kamm, was?

Eine neue Entdeckung: Kammpilze. Hier zwei Exemplare, die mich, zumindest nach Blick durch das Makro ziemlich beeindruckten.

Der obere Pilz war vielleicht so 2-3 cm lang. Ich denke, dass es sich um orangerote Kammpilze (Phlebia radiata) handelt. Diese Kammpilze beginnen offenbar als kleine Flecken mit ausgeprägten orangen Ecken (das passt sehr gut) und wachsen dann mit anderen Fruchtkörpern ihrer Art zusammen, so dass sie dann immer großflächiger werden.

Ein normaler Blick auf diesen Pilz lässt ihn wirklich nicht interessant erscheinen. Schaut man aber im Detail hin, dann wird’s spannend. Das Interessante an diesem Pilz ist das Hymenophor. Das Hymenophor ist ein Teil des Fruchtkörpers, der unterschiedlichste Formen haben kann, hier ist es das wurmartige Gewusel. Das ist zumindest die Bezeichnung, die mir bei näherer Betrachtung als erstes durch den Kopf ging.

Das letzte Bild zeigt wohl ein älteres Exemplar. Als nächstes bin ich an Schichtpilze dran und an den wirklich kleinen Pilzen. Es wird nicht langweilig mit den Pilzen.