Feine Naturkunst

Ich bin mal wieder ein kleines bisschen verliebt in eine unscheinbare Pflanze. Besser gesagt in ihre Samenstände, die pure Naturkunst sind. Für dieses Glück musste ich im verwilderten Garten nur in etwas 30 cm Höhe genau hinschauen. Objekt meiner Begierde war in den letzten Tagen das Kleinblütige Weidenröschen (Epilobium parviflorum).

Das Kleinblütige Weidenröschen ist eine sehr schmale, bis zu 80 cm hohe, recht unscheinbare Pflanze, die oft als Unkraut beim Austrieb herausgerissen wird. Deshalb habe wohl auch ich das Weidenröschen bisher nicht in Blüte gesehen. So einiges ist dieses Jahr lehrreich, wo der Garten mal nicht regelmäßig und ausreichend gepflegt wurde. Glücklicherweise ist dies nicht die einzige Pflanze, die mich mit ihren Samen in diesem Jahr überrascht. Davon bald mehr an dieser Stelle. Das Kleinblütige Weidenröschen gilt übrigens bei manch einem als Heilmittel für Prostata und Blasenleiden und ist deshalb als Tee und homöopathische Kapsel zu erhalten.

Miniaturschachtelland

Miniaturwelten gibt es bei mir sonst im Herbst bei den Pilzlandschaften, aber auch diese Schachtelhalme gestalten eine kleine Miniaturwelt am Kupfermühlenteich. Ich mag diese kleinen Bäume ja eh so gern. Die Vorstellung, dass es sie bereits vor 300 Millionen Jahren als große Bäume gab …

Gräser am Wegesrand

Die vielen Gräser am Wegesrand reizen mich immer wieder, ihre zarten Silhouetten mit der Kamera zu erfassen. Bei diesem Bild, welches auch im Original bereits sehr schön reduziert war, hat eine kleine Veränderung der Belichtung noch mehr Reduktion und Klarheit gebracht. Beide Bilder gefallen mir, weshalb beide hier nebeneinander stehen.

Grünes Dach in der Natur

An der königlich Preußischen Staatsbahn-Trasse (Jawoll!) zwischen Bad Oldesloe und Trittau steht bei uns am Dorfrand dieser überdachte Rastplatz mit einem begrünten Dach. Das ist schön und wollte endlich einmal gezeigt werden.

Die von der königlich Preußischen Eisenbahn-Verwaltung erbaute Bahnstrecke wurde am 1. August 1887 eröffnet und reichte damals noch über Trittau hinaus bis nach Lauenburg. Sie hatte überregionale Bedeutung und war Teil der „direkten“ Verbindung Kiel – Berlin. (Plötzlich kommt man sich hier ganz weltmännisch vor 🙂 ). Nachdem der Bahnverkehr für den Personenverkehr 1976 und für den Güterverkehr 1984 endete, wurde diese zumeist kerzengerade Strecke im Jahr 1990 zum Glück zu einem Radwanderweg ausgebaut. Im Kreis Stormarn gibt es fast keine Fußwegverbindungen zwischen Dörfern, so dass es ein großes Glück ist, einen solchen Fußweg sein Eigen nennen zu können. Viel mehr Hintergrundwissen gibt es auf der tollen Seite rohlfshagen.de, die vieles über dieses kleine Dorf zu sagen hat und beim Kreis Stormarn, wo man auch eine schöne Übersicht über die gesamte Strecke findet.

Neues aus dem wilden Garten

Der Garten ist tatsächlich sehr wild aktuell, das Gras steht einem bis zu den Knien, aber in den Nutzbeeten und neben ihnen finden sich schöne Blüten. Das erste Mal blühen Petersilie (Petroselinum crispum) und Oregano (Origanum vulgare). Die Blüten von Schnittlauch (Allium schoenoprasum) und Winterheckzwiebel (Allium fistulosum), die so schön intensiv nach Knoblauch riecht, sind jedes Frühjahr eine Augenweide für mich. Das erste Mal aufgefallen ist mir die faszinierende Entwicklung der Lupinenblüten und immer wieder beglückt bin ich von der Berg-Flockenblume (Centaurea montana), die sich zum Glück sehr wohl fühlt im Garten und an vielen Stellen wiederkommt.