Akzente im Gehölz

Die Schleimpilze setzen fröhliche Farbakzente im Wald.

Aufgrund der ersten beiden Lohblütenfunde (zu sehen auf den ersten 3 Bildern), die ich am Mühlenteich machte, hatte ich mir vorgenommen, in dieser Woche nochmal einen speziellen Weg in Wassernähe zu gehen. Also schnappte ich mir kurz vor 11 bei leider schon 29° im Schatten den Hund und wir machten uns auf die Suche. Nur einen einzigen konnte ich heute entdecken, bevor wir uns zum Auto zurückschleppten und es für heute gut sein ließen.

Die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), auch Hexenbutter genannt, gehört ebenso wie der bekannte Badhamia zur Familie der Physaraceae und ist recht häufig anzutreffen. Ich sehe sie zumeist auf oder neben einem bemoosten Baumstubben. Sie ist ein Myxomycet der warmen Jahreszeit und oftmals schon ab dem Frühjahr anzutreffen. In diesem Jahr bei Regen und Kälte war das allerdings eher nicht der Fall.

Der Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum) scheint sich zu einem ständigen Begleiter meiner Waldbesuche zu entwickeln, ich würde mich aber durchaus über das Entdecken neuer Schleimpilzarten freuen.

Farbwechsler

Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum) am Mühlenteich. Bei genauerem Hinsehen erweist sich der schmale Weg rechts des Mühlenteichs als wahre Fundgrube. Allerdings wird es zusehends schwieriger, weil jetzt natürlich am Ufer alles dschungelmäßig zuwächst.

Die ersten beiden Fotos mit der krassen Farbe entstanden am Tag der Entdeckung mit Hund. Dann kamen mal wieder Dauerregen und Sturm und bis ich zwei Tage später endlich wieder hin konnte, eigentlich um bessere Fotos zu machen, hatte er sich schon gewaltig verändert. Seine Farbe war aus ihm entwichen! Kleiner Lichtblick: Ein Stück von der Gruppe gab es einen einzelnen, frischen, fröhlichen, rosafarbenen Fruchtkörper.

Ein letztes Mal

Ein letztes Mal kann ich noch Winter-Myxomyceten zeigen, bevor es auf die Suche nach Sommer Schleimpilzen geht.  Dachte ich zumindest, bevor ich diesen Beitrag finalisierte, denn beim Wollkugelschleimpilz (Comatricha nigra) handelt es sich offenbar um einen Ganzjahresschleimpilz, wie ich gerade im Myxomycetenbuch las. Ich fand ihn vor einem Monat wieder an bekannter Stelle. Dort gab es sowohl schöne neue Fruchtkörper, als auch gleich daneben Fruchtkörper, die bereits ihre Sporen verteilten.

Das ist übrigens meine Fundsituation. Ich weiß nicht, ob diese Stämme nochmal abgeholt werden oder ich dort ab Herbst weiterhin nach Myxomyceten suchen werde können. Ich hoffe es, denn zwei große Polter wurden zu meinem starken Bedauern in diesem Jahr abgetragen, nachdem sie mich zwei Jahre lang mit vielen Fotomotiven beliefert haben. Das war ein kleiner Schock, als dort plötzlich nichts mehr lag. Hier gehe ich erstmal vom Besten aus.

Lückenfüller

Es ist wohl ein Rotschichtschleimpilz (Dictydiaethalium plumbeum) der sich hier durch die Totholzritze ans Tageslicht drängt.

Etwas Farbe an trüben Tagen

Gestern und heute Schneegestöber und ausgewachsener Schneesturm. Unglaublich! Der passende Moment um ein bisschen Farbe zu zeigen, die ich in der vergangenen Woche im Wald entdeckte. 

Endlich mal ein Schleimpilz-Fund, den ich mit bloßem Auge aus ein paar Metern Entfernung erkennen konnte. Diesen Kelch-Scheinhaarstäubling (ich tendiere zu einem Hemitrichia calyculata) entdeckte ich an einem wirklich sehr morschen Stück Totholz. Das ist gut zu wissen, denn bisher hatte ich eher den Eindruck, dass das Totholz nicht ganz so olsch sein darf. Also doch wieder einmal mehr hingeschaut.

Ich mag diese kleinen Kelche mit dem an ihnen angewachsenen Capillitium (ein neues Wort!) wirklich sehr. Das Capillitium bezeichnet die Gesamtheit des Haargeflechts, welches zu sehen ist, nachdem die Außenhaut aufgeplatzt ist und nur der untere Teil des Kelchs erhalten bleibt. Das ist dann genau das fluffig Gelbe, was wir hier auf den Bildern sehen.

Dank einem erneuten Hinweis denke ich jetzt häufiger daran die Fundsituation nicht nur aufzunehmen, sondern sie hier auch zu zeigen. Die Fruchtkörper kamen an ganz vielen Stellen aus dem Totholz heraus, es schien als wäre das ganze Stück vom Schleimpilz durchwandert. Allerdings las ich gerade, dass sie in losen Gruppen wachsen. Die größte Gruppe oben auf dem Totholz hatte eine Breite von gut 15 cm.