Auf Ausweichwegen

Mich treibt es zunehmend in den Wald. Wo ich bis vor kurzem noch einen ganz anderen Spaziergehrhythmus hatte, fällt zumindest der übliche Morgen-/Mittagsspaziergang weg, da es aktuell zu „belebt“ auf den Wegen ist. Selbst hier bei uns, wo wirklich wenig Menschen wohnen, sieht man jetzt Gesichter und auch Hunde das erste Mal.

Es ist also Vorsicht angesagt und wir fahren ganz untypisch morgens 200 Meter mit dem Auto, um direkt im Wald zu sein und den „belebteren“ Wegen auszuweichen. Es gibt durchaus noch zu viele Menschen, die offenbar denken, es sei allgemein oder für sie nicht so wichtig, Abstand zu halten. Richtig im Wald ist dann Platz genug, es ist ruhig und links und rechts des Weges finden sich kleine Schönheiten.

Entschleunigung

Abwartend am Waldboden zu sitzen, erweitert den Blick für ansonsten Ungesehenes.

Viel los im Moos

Kleine Racker beim Spielen! Das kam mir in den Sinn, als ich diese kleinen Insekten auf dem Display der Kamera gesehen habe. Dabei wollte ich doch nur das schöne Moos im Sonnenschein aufnehmen.

Ich konnte noch nicht herausfinden, um was es sich handelt. Vielleicht hat ja jemand eine Ahnung? Auf jeden Fall sieht das kleine Wesen in der Mitte schon sehr heiß aus. Zu den Größenverhältnissen: Das ganze Moosbüschel hat vielleicht so 5-6 cm im Durchmesser. Die kleinen Flitzer waren mit dem bloßen Auge noch zu erkennen, wenn man ganz nah ranging, aber ihre Körperform war schon nicht mehr zu erkennen, das ging nur durch das Makro. Sie sind also auch nur ein paar Millimeter groß.

Ein Natur Stillleben

Stiller Beobachter

Ich hatte einen stillen Beobachter beim Fotografieren im Wald. Dieser Käfer, ich vermute es handelt sich um einen Weichkäfer, saß im Moos auf dem Totholz, über das ich mich bücken musste, um den Schleimpilz zu fotografieren, über den ich in den kommenden Tagen noch berichten will. Dann hoffentlich wieder mit mehr Zeit für ausgiebige Wissensvermehrung.

Nachtrag vom 19.02.: Es handelt sich bei dem Käfer um ein rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus). Was ein Name! Das lese ich gerade im Buch „Insekten & Co. im Norden“ von Frank Rudolph. Sollte zu dieser Jahreszeit wohl eigentlich nicht zu finden sein, aber der Klimawandel macht es offenbar möglich. Ein Glück, dass ich das noch entdeckt habe.