Filigrane Emporkömmlinge

Nach dem Fund der Geweihförmigen Holzkeule war ich lange auf der Suche nach weiteren Pilzen aus der Gattung der „Keulen“. Da war mein Jagdtrieb erwacht!

Ohne es zu wissen, hatte ich bereits einen tollen, sehr unscheinbaren Vertreter dieser Gattung gefunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um die Binsenkeule (Macrotyphula filiformis)! Ein ganz zarter, dünner Pilz, der maximal  8-10 cm lang war. Wieder an der tollen Kupfermühle im Unterholz entdeckt, streckt er an einigen Stellen fast flächendeckend seinen zarten Körper in die Höhe.

Zunächst dachte ich übrigens, dass es sich um die röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa) handelt. Die ist aber dicker im Umfang. Anders als die röhrige Keule, die auf Ästen wächst, wächst die Binsenkeule tatsächlich auf dem herabgefallenen Laub.

Die dunkle Welt der Pilze

Schwarze Pilze! In einem Stapel in diesem Jahr gefällter Baumstämme entdeckte ich neben einer Vielzahl anderer Pilze diesen kleinen schwarzen Pilz. Es ist der Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), der eine interessante Entwicklung durchmacht. Der Pilz beginnt becherförmig (!) und wenn man sich die beiden folgenden Bilder anschaut versteht man ganz gut, warum er auch Lavabecherling genannt wird.

Dann ploppt er auf und wird immer breiter und flacher. Einige Schmutzbecherlinge sehen dann aus wie schöne Knöpfe, aufgereiht auf dem Stamm.

Zum Schluss wird er immer schwärzer, bis er fast gallertartig wird. Was ich dann nicht mehr aufgenommen habe, ich schreibe ja nicht für die Wissenschaft 🙂

Ein wirklich faszinierender kleiner Pilz, der dermaßen unscheinbar ist, dass man ihn kaum je wahrnimmt. Es ist wieder ein Pilz, der mir gezeigt hat, wie vielfältig diese Pilzwelt ist und das nicht nur aufgrund der Vielzahl, sondern auch und gerade wegen der enormen Wandlungsfähigkeit im Leben eines einzelnen Pilzes.

Schwarze Pilze sind übrigens noch etwas Besonderes für mich und es ist auch fotografisch eher eine Herausforderung. Viele frustrierende Versuche, bis einige ästhetische Fotos zustande kamen.

balkon minis – das große lauschen

Zwei Wanzen besuchten uns in den letzten 2 Wochen auf dem Balkon. Die erste, eine grüne Stinkwanze, hing außen an der Balkonumrandung und verdankt ihre Entdeckung nur der Rettung einer Spinne.

Die zweite Wanze, wohl eine marmorierte Baumwanze, steckte zwischen Balkontür und Fliegengittertür fest, wollte auch zunächst so gar nicht in die Freiheit und machte eine längere Verschnaufpause an der Holzverkleidung der Fliegengittertür. Also musste zu ihrem Schutz ein Hocker zwischen Tür und Fenster geklemmt werden und dann hatte ich genug Zeit, mit der Kamera auf Tuchfühlung zu gehen. So ein cooles Foto hatte ich bisher noch von keiner Wanze bekommen.

Übrigens wieder so ein Bild, wo ich einen kleinen Schreck beim Blick durch die Kamera bekam. Man stelle sich das Tier in der gezeigten Größe vor 🙂 In hochauflösend ist das Bild der Wahnsinn. Die Wanze sieht aus wie ein Fossil aus früherer Zeit.

Und tatsächlich belegen Bernsteinfunde aus der Kreidezeit (!) das Vorhandensein von Wanzen. Irre!

Was für eine Farbe!

Ich entdecke sie jetzt ja häufiger, die Korallen. Sie verstecken sich ganz gut im Unterholz, aber es ist wie immer, wenn man sie erstmal wahrgenommen hat, dann sieht man sie auch öfter. Dieses Exemplar, welches ich bei einem gemeinsamen Waldspaziergang am vergangenen Wochenende entdeckt habe, ist bisher absolut einmalig hier in der Umgebung.

Rechts am Wegesrand auf einem kleinen Baumstumpf wachsend, machte mich nur diese tolle, kräftige, orange Farbgebung auf sie aufmerksam. Und zum Glück hatte ich die richtige Kamera dabei, um diese Farbe so real wiedergeben zu können.

Es handelt sich wohl um die Goldgelbe Koralle (ramaria aurea), auch Ziegenbart (!?) genannt. Und wo wir wieder bei wundersamen Wörtern sind, dieser Pilz gehört zur Familie der Schweinsohrverwandten. Wenn es sich tatsächlich um die Goldgelbe Koralle handelt ist sie gut essbar und sogar wohlschmeckend. Allerdings besteht bei den Korallen grundsätzlich eine starke Verwechslungsgefahr, weshalb es wohl auch gleich eine Koralle mit dem schönen Namen Bauchwehkoralle gibt.

Keulen im Unterholz

Pilzwunderland, ganz ehrlich! Wer hätte gedacht, dass auch das Unterholz so interessant ist und mit so spannenden naturfunden aufwartet.

Und dieser Fund ist nicht einmal selten, aber der Name ist doch ganz wunderbar: Die Geweihförmige Holzkeule. Ich glaube, diesen Pilz übersieht man gern, da er an Totholz und an Baumstümpfen wächst, aber so gar nicht ins Auge sticht. Besser gesagt, man nimmt ihn nicht wahr. Jetzt nehme ich ihn natürlich immer und überall wahr, an Wegesrändern und im Wald. Aber seine volle Wirkung entfaltet er tatsächlich erst, wenn man sich gaaaanz nah ran an ihn begibt.

Wenn die Geweihförmige Holzkeule sich in dichtem Bewuchs von einem Baumstumpf in die „Höhe“ schlängelt, erinnert sie an Flechten. Und ein Flechten-Fan bin ich ja schon lange. Die Höhe beträgt übrigens so 3-5 cm. Es sind also kleine Wunder!

Auch die Holzkeulen tragen mal wieder sehr interessante Namen: Vielgestaltige Holzkeule (!?), auch Veränderliche Holzkeule genannt, Fädige Holzkeule oder Multiplex Holzkeule seien nur ein paar Beispiele. Wenn ich das richtig sehe, sollten davon auch noch einige in heimischen Wäldern zu finden sein, allerdings sehen sie aufgrund der oftmals rein dunklen Färbung sehr unscheinbar aus. Ich werde mich demnächst auf die Suche begeben.

Garten-Trilogie – #3 Das große Posieren

Es regnet, stürmt und wird früh dunkel. Der ideale Zeitpunkt, um die Gartentrilogie zu vollenden. Das große Fliegen, Krabbeln und Sonnenbaden, welches während des Gartenshootings stattfand, soll natürlich auch noch gezeigt werden.

Eben war ich bei der Nachbarin im Garten und ich konnte gerade noch die Dahlienknollen bewundern, die sie ausgegraben und für die Einlagerung fertig gemacht hatte. Lagen da in Reih und Glied auf dem Boden mit farblichen Bändern versehen. Ich glaube, diese Aktion werde ich im kommenden Jahr mal verewigen. Spannend bleibt die Frage, ob die Mäuse die Bänder während der Überwinterung fressen werden. Offenbar hatten Mäuse zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal angebrachte Schilder aufgefressen. Und das trotz dreier Katzen im Haus.

garten minis – rot und samtig

Eine rote Samtmilbe, mit dem bloßen Auge nur ein kleiner roter Punkt irgendwo da unten im Gewirr des abgestorbenen Rasens unter dem Unkrautvlies. Ist das nicht irre, wie dieses Tier aus der Nähe aussieht?