Etwas Blaues

Die Sonne schien auf dieses abgerissene blaue Käferbein auf einem Blatt in der Hecke. Sein Schimmern lockte mich an. Zu wem gehörte es und wer hat es dort oben verloren? Ich denke an einen Mistkäfer …

gelbe harmonie

Heute gibt es einen farbharmonischen Beitrag zum Abschluss des schönen Wochenendes.

Ende Mai entdeckte ich diesen fantastisch-strahlend-gelben Schierlingsrüssler (Lixus iridis). Das erste Mal überhaupt für mich. Der Schierlingsrüssler ist mit seinen 11-17mm und seiner Farbe gut zu entdecken. Dabei ist er eigentlich, man wundere sich und staune, grau behaart und nur hell bestäubt. Er ernährt sich von Doldenblütlern, vorwiegend dem Gefleckten Schierling (!). Richtig gut erkennen lassen sich auf diesen Bildern seine Beine mit den hakenartigen Füßen. Wie ein Zirkusakrobat bewegt er sich an diesem Halm.

In dieser Woche begegnete mir noch etwas sehr Gelbes, eine Blattwespenlarve. Sie erschreckte sich vor mir und verlor fast den Halt, dann fing sie sich wieder und zack waren alle Beinchen wieder am Halm.

Diese fast neongelbe Florfliege aus dem Garten einer Nachbarin beendet die gelbe Farbharmonie für heute.

Cocooning

Wunderbare, überraschende Natur!

Gerade gestern hat sie mir wieder ihre Einzigartigkeit vor Augen geführt. Ich war mit dem Rad zu einer ca. einstündigen kleinen Insekten-Fototour in die nahe Umgebung aufgebrochen. Am Ende ging ich an die Stelle zwischen zwei Feldern, an der ich im vergangenen Jahr am Ampfer die witzigen kleinen Larven der Großen Randwanze aufnahm.

Diesmal entdeckte ich etwas anderes am Ampfer. Etwas Filigranes, wovon ich seit ein paar Jahren ein Foto besitze, dessen Abbildung mir bis jetzt allerdings ein Rätsel blieb. Mit den jetzigen Bildern gelang mir dank einer Bildersuche die Bestimmung: Es handelt sich um Larven des Ampfer-Kokonrüsslers (Hypera rumicis)!

Die Weibchen des Ampfer-Kokonrüsslers legen ihre Eier an unterschiedlichen Ampferarten ab, die schlüpfenden Larven fressen an den Blättern und fertigen dann zur Verpuppung diese gitterartigen, durchsichtigen Kokons.

Ein genauerer Blick auf eins meiner Bilder zeigte dann noch eine Überraschung. Eine Larve hebt den Kopf und zieht von oben einen Faden nach unten. Man sieht dies auf dem zweiten der jetzt folgenden Bilder. Wie ich das mag, diese Überraschungen auf so einem kleinen Insekten-Fototrip in die nahe Umgebung.

klein.oval.platt

Schildkäfer (Cassididae) sind für mich noch etwas ganz Besonderes. Vor zwei Jahren entdeckte ich das erste Mal eine Larve von Schildkäfern, aber keine Schildkäfer. So lernte ich sie namentlich kennen. Jetzt im Mai dieses Jahres entdeckte ich bereits zwei unterschiedliche Schildkäferarten am Wegesrand. Welch Freude über diese recht kleinen, platten Gesellen.

Zuerst entdeckte ich den Nebligen Schildkäfer (Cassida nebulosa), 6-7 mm klein mit schöner Zeichnung. Er ernährt sich von Gänsefußgewächsen, von denen ich bisher keine Ahnung habe. So erschließt sich mit einem neuen Fund wieder auch neue Flora.

Wenn der Neblige Schildkäfer schon nicht einfach zu entdecken war, so war es der auf grünem Untergrund perfekt getarnte Distelschildkäfer (Cassida rubiginosa), 6-7,5 mm klein, erst recht nicht. Ich sah ihn nur, da ich eh gerade fotografierend kniete und mein obligatorischer Schwenkblick vor dem Aufstehen an einem kleinen grünen runden Fleck auf einem Blatt hängenblieb. Ich hätte überhaupt nicht sagen können, was ich da aufnehme. Der Name deutet es schon an: er ernährt sich von Disteln und Kletten.

Mit den jetzigen Fotos schließt sich nach zwei Jahren mal wieder ein Kreis, da es damals wohl genau die Larve eines Distelschildkäfers war, die ich entdeckte. Wer sich noch einmal eine größere Auswahl Larven/Puppen der Schildkäfer anschauen mag, kann das hier tun. Im vergangenen Jahr zeigte ich eine etwas größere Galerie dazu. Hier abschließend zwei Fotos:

Schildkäfer sind übrigens eine Unterfamilie der Blattkäfer.