Vorsicht Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslungsgefahr mit Myxomyceten (Schleimpilzen) bestand für mich bei diesen beiden Pilzen.

Gerade die roten Kugeln des Nadelholz-Pustelpilzes gaben mir letztes Jahr einige Rätsel auf, bevor ich durch Zufall auf ihre Lösung stieß. Der Fund war ein wenig in Vergessenheit geraten, bis ich in dieser Woche einen kleinen, mehrere cm breiten Teppich mit kleinen schwarzen Kugeln entdeckte. Beide Pilze ließen mich aufgrund ihrer geringen, bis hin zu winzigen Größe ihrer Fruchtkörper an Myxomyceten denken und führten meine Recherche zunächst in die völlig falsche Richtung.

Den orange-roten Nadelholz-Pustelpilz (Nectria fuckeliana) sah ich bisher nur ein einziges Mal und zwar an einem Totholzstamm auf einem Polter. Es ist unglaublich wie all diese Fruchtkörper durch all diese noch so kleinen Öffnungen der Borke ans Tageslicht drängen. Sie sind winzig klein, aber aufgrund der großen Anzahl der Fruchtkörper gut erkennbar.

Beim diese Woche entdeckten kleinen Teppich mit schwarzen Kugeln (ca. 5 cm) handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Gesäten Kohlenkugelpilz (Ruzenia spermoides). Auch das hatte ich bisher noch nicht gesehen, obwohl ich mich ja nicht scheue, in jede noch so winzige Totholzecke zu schauen. Beide Pilze sind ganzjährig anzutreffen.

Des Waldes Haarpracht

Auf dem Weg zu Teuerlingen und Trompeten im Wald hatte ich endlich mal wieder das große Glück Haareis zu entdecken und zwar prächtiges Haareis. Es wuchs aus einem am Waldboden liegenden Totholz-Ast heraus. Die Bedingungen waren ideal: Morgens -1° zeigte das Thermometer beim ersten Kaffee an. Mir zu kalt um frühzeitig loszugehen. Gegen 11:00 bin ich dann kurz zum Fotografieren in den noch recht kalten Wald gegangen, um einen Zufallsfund näher zu dokumentieren. Es waren mittlerweile um die 2° und die Sonne schien, jawohl die Sonne!!!.

Dieses besondere Eis, auch Eiswolle genannt, entsteht, indem Wasser bei den idealen Umgebungsbedingungen durch Gase eines winteraktiven Pilz aus dem Holz herausgedrückt wird. Das Eis wächst mit einer Geschwindigkeit von 5-10 mm pro Stunde! Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei dem beteiligten Pilz um die Rosagetönte Gallertkruste (Exidiopsis calcea) handelt, die nur auf Laubgehölzen wächst. Dies und einiges mehr ist nachzulesen in einem vertiefenden Beitrag auf der Seite der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Zu den Teuerlingen und Trompeten komme ich dann das nächste Mal. Die sind etwas zeitintensiver in der Nachbearbeitung.

Verpilzte Hüte

Auch Pilze können von (Schimmel-) Pilzen befallen sein. Nachdem ich um das Phänomen wusste wartete ich auf eine Gelegenheit und dann kam sie Ende letzten Jahres. Es handelt sich um den Gemeinen Helmlings-Schimmel (Spinellus fusiger). Es gibt nichts was es nicht gibt, man muss es nur entdecken.

Von Kugeln und Bechern

Beim nächsten bisschen Sonnenschein hatte ich mir vorgenommen in das kleine Waldstück zu gehen, wo vor einiger Zeit Holzraubbau begangen wurde um zu schauen, welche meiner Totholz-Schätzchen erhalten geblieben sind. Mein Lieblings-Polter, nicht allzu weit von der Straße entfernt, ist zum Glück erhalten geblieben.

Junge, weiße Fruchtkörper des Wollkugelschleimpilzes (Comatricha nigra), rote Trichia-Kugeln, feine kleine violette Becherchen (Fleischroter Gallertbecher/Ascocoryne sarcoides), eine etwas größere Ansammlung von Wollkugeln und ein älterer Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum). Es gibt zur Zeit viele von ihnen, sie sind allerdings in dieser Farbgebung nahezu unsichtbar am Totholz.

Die kleine Fruchtkörperansammlung auf Bild 1 misst insgesamt ca. 2 cm in der Breite, zu ihnen gibt es auf Bild 6 eine Fundstellen-Übersicht. Dort findet man sie ganz oben an der Schnittkante. Auch die größere Ansammlung von Wollkugelschleimpilz-Fruchtkörpern sieht man nochmal in einer etwas größeren Gesamtansicht. Aus einem kleinen, ca. 4 cm großem Blatt wuchsen in einer Vertiefung des Totholzes ein paar winzige kleine Pilze. Nach diesen Funden ging ich beschwingt wieder nach Hause.

Zarte Keule

Erste vorsichtige Gehversuche im Wald (ich wurde direkt auf den sehr kleinen Waldparkplatz kutschiert und konnte ein paar Schritte gehen/humpeln – schön war das) wurden direkt mit einer neuen Keulenart belohnt. Ich vermute eine Röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa). Sehr zart, aber im Unterschied zur Binsenkeule kräftiger und nach oben verdickend.

Rörige Keule - Macrotyphula fistulosa