Waldschleicherin

Beim Nachmittagsspaziergang im Wald sahen wir zunächst eine tote Blindschleiche, bevor wir am Rand halb hinter einem Grasbüschel versteckt eine zweite, zum Glück lebende Blindschleiche (Anguis fragilis) entdeckten. Sie verharrte dort als ob sie nicht von der toten Blindschleiche weichen wollte.

Sie war recht zart, ca. 15-20 cm lang.

Die Blindschleiche ist entgegen der lateinischen Bezeichnung Anguis (Schlange) tatsächlich eine beinlose Echse und so deutet der zweite Teil fragilis (zerbrechlich) auf ihre Fähigkeit hin, einen Teil ihres Schwanzes abwerfen zu können. Der Namensteil „Blind“ im deutschen Wort Blindschleiche leitet sich wohl vom althochdeutschen Wort „plint“ für blendend ab.

Blindschleichen bewegen sich deutlich langsamer als Schlangen. Ringelnattern huschen zumeist so schnell davon, dass ich sie nur aus den Augenwinkeln wahrnehme. Diese Echse zog sich nur sehr langsam, in absoluter Beobachtungsgeschwindigkeit vom Wegesrand zurück.

Bei Interesse lohnt sich ein Blick in das Artenportrait des NABU.

Farbwechsler

Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum) am Mühlenteich. Bei genauerem Hinsehen erweist sich der schmale Weg rechts des Mühlenteichs als wahre Fundgrube. Allerdings wird es zusehends schwieriger, weil jetzt natürlich am Ufer alles dschungelmäßig zuwächst.

Die ersten beiden Fotos mit der krassen Farbe entstanden am Tag der Entdeckung mit Hund. Dann kamen mal wieder Dauerregen und Sturm und bis ich zwei Tage später endlich wieder hin konnte, eigentlich um bessere Fotos zu machen, hatte er sich schon gewaltig verändert. Seine Farbe war aus ihm entwichen! Kleiner Lichtblick: Ein Stück von der Gruppe gab es einen einzelnen, frischen, fröhlichen, rosafarbenen Fruchtkörper.

Frühling im Wald

Der Wald ergrünt so explosionsartig, dass es eine wahre Freude ist, in ihm umherzugehen. Es lohnt sich allerdings auch, einen Blick nach unten zu werfen, denn dort am Wegesrand sind kleine Frühlingswelten zu entdecken.

hervorgehoben

Es trieb mich heute Vormittag trotz mittelstarken Dauerregens zu einem Stubben am Mühlenteich. Gestern entdeckte ich dort mit dem Hund Myxomyceten. Neu entdeckt habe ich in den letzten Tagen die unzähligen Gemeinen Schließmundschnecken (Alinda/Balea biplicata) an alten Stubben in Wassernähe. Ihre Tarnung, das Ton in Ton mit dem alten Holz, funktionierte bisher bei mir so gut, dass ich sie nur im Nachgang hier und dort auf Bildern entdeckte. Wo ich es jetzt weiß, sehe ich sie.