Von verkrusteten Kamelen und käfertragenden Ameisen

Es sieht nicht gut aus für die Kamelhalsfliege (Raphidiidae), die ich beim morgendlichen Gassigang an einem Grashalm am Wegesrand hängen sah. Ich wunderte mich, dass sie sehr lange still hielt und sah dann von der rechten Seite, dass sie von einer weißen Kruste überzogen ist. Es sieht bei genauer Betrachtung aus als würde eine Substanz an ihr haften, die getrocknet und hart geworden ist. Es ist die zweite Kamelhalsfliege die ich in meinem Leben zu Gesicht bekomme. Hier geht es zu meiner ersten Begegnung. Es handelt sich wieder um ein Weibchen, man kann den Legebohrer sehr gut erkennen.

Es sieht nicht nach einem Pilz aus, z.B. den Fliegentöter, den ich vor zwei Jahren bestimmen konnte und auch in diesem Jahr schon öfters sah. Zum Vergleich eine vom Fliegentöter befallene Tanzfliege, die ich zu Beginn des Monats aufnahm. Wer mehr zu diesem Pilz wissen will, der Fliegen befällt, von ihnen lebt und sie tötet, der kann in meinem letztjährigen Beitrag die ganze gruselige Wahrheit erfahren.

Heute am frühen Abend kurz vorm Schnell-Grillen sah ich auf dem Balkon aus dem Augenwinkel diese Ameise mit fetter Beute. Der Weg führte durch mehrere „tiefe“ Fugen. Einen Teil ihres Wegs konnte ich mit der schnell herausgeholten Kamera dokumentieren.

20 Gedanken zu “Von verkrusteten Kamelen und käfertragenden Ameisen

  1. Im letzten Winter sah ich eine Larve eines Käfers in Abständen von einer woche an gleicher Stelle. Offenbar paratisiert von einem Bakterium.
    Unlängst fotografierte ich auch eine chitinhülle einer Wanze. Da wird ähnliches wirksam gewesen sein.

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  2. Ich will auch endlich mal eine Kamelhalsfliege sehen! Die sind so faszinierend. Ich beneide dich! Bei dir da oben geht ja in Sachen Pilzen, die Insekten befallen, ganz schön die Post ab. Witzig auch die Ameise. Ja, was die so schleppen können, ist immer wieder spannend. Da fällt mir ein, daß ich auch noch einen Fund vom April habe, seufz 😉

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    • Ich komme auch wie jedes Frühjahr nicht hinter den Fotos her. Aber ich bin schon ruhiger was das angeht 🙂 Ich finde sie auch sehr faszinierend, die Kamelhalsfliegen und wünsche dir eine solche Begegnung. Es ist erstaunlich wie oft ich in diesem Jahr schon mit dem Fliegentöter befallene Fliegen sah. Ich sehe aber definitiv immer besser die kleinen Dinge unten in der Krautschicht. Jetzt allerdings darf man schon wieder nicht stehenbleiben, ansonsten wird man von Mücken nur so attackiert und auch schon der ein oder anderen Bremse. Unschön.

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      • Den sah ich ja auch noch nicht, brrr. Nicht gerade die sympathischste Ausführung unter den Pilzen. Ich gucke jetzt jedenfalls öfter mal unter die Blätter. Schon erstaunlich, was sich da wieder alles auftut! Ich bin zwar schon gestochen worden vor ein paar Wochen, aber Bremsen und Mücken haben mich noch nicht so verfolgt. Es ist hier aber auch Furztrocken.

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      • Allerdings. Wir hatten am Wochenende gerade mal ein bißchen Regen, so um die 20 Liter. Schade, daß die Hitze das wieder wegbrennen wird.

        Übrigens sah ich im Wald heute erste Schleimpilze. Nachdem Regen war das Totholz schön nass. Wird in 2-3 Tagen bestimmt wieder vorbei sein. Blutmilchpilze und diese weißen Tentakeldinger (habe den Namen gerade vergessen 😉

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      • Ich fand sie an einem kleinen, sehr kleinen Ast Totholz. Sonst finde ich die eher an Stümpfen oder Stämmen. War reiner Zufall, weil ich da gerade rumhockte 😉 Hm, ob das Stück so rottig war, weiß ich nicht mehr, aber einige der anderen Schleimer findet man dort. Es war ja nur ein kurzes feuchtes Wetter-Intermezzo. Jetzt ist bestimmt wieder alles weg.

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  3. Gruseliges spielt sich da immer wieder ab. Auf dem Balkon wurde ich letztens Zeugin, wie eine Hornisse eine große Raupe anschleppte, sich an die Hauswand heftete und die Raupe aussog. Die wurde immer kleiner und dann flog die Hornisse mit dem Rest davon.
    Davon habe ich lieber keine Bilder gemacht…. nicht so mein Ding da zuzusehen…

    Liebe Grüße,
    Syntaxia

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    • Brr, was für eine Beobachtung. Dennoch danke, dass du sie mir geschildert hast. Es ist ja faszinierend und findet doch eher ungesehen von uns statt. Liebe Grüße und komm weiter gut durch den Sommer, Anja

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