Tropfenkunst zum Jahresausklang

Ich ging los, um mir die aktuelle Pilzlage an den Waldrändern anzuschauen, aber gestern war es noch zu früh, die Wege mit Resteisschnee viel zu glatt. Ein Blick in die Hecke am gangbaren Weg brachte dem geruhsamen Blick doch noch die ein oder andere Kostbarkeit.

Heilig Abend …

… steht unmittelbar bevor. Mit Beginn meines Schreibens fängt es wieder an zu schneien. Noch war nicht alles weggetaut von der gestrigen Pracht, aber doch ein Großteil. In den letzten Tagen gab es ein paar kleine Frost-Kostbarkeiten am Wegesrand zu beobachten. Passend dazu ergänze ich zwei Bilder der aufs Schönste zugefrorenen Sylsbek aus dem vergangenen Winter. Könnte auch jetzt wieder so künstlerisch zugefroren sein, aber da der Hund wegen einer Augen-OP eine Tülle über dem Kopf hat, kamen wir dort in den letzten Tage nicht runter.

Ich wünsche eine schöne Weihnachtszeit!

Geschmücktes Moos

Ich zeige noch einmal Stemonitis-Schönheiten. Diese befinden sich auf Moos, welches auf Totholz am Waldboden wächst. Das folgende, mittlere Bild hatte ich Ende November schon gezeigt. Links ist das erste Stadium zu sehen, welches ich entdeckte. Am Tag darauf waren es bereits die perfekten Perlen, wieder einen Tag später sind sie in Gruppen zu zarten, altrosafarbenen Stielen emporgeschossen. Fantastisch anzusehen!

Es ist doch verrückt, wie aus den recht großen Perlen in der Mitte diese zarten rosafarbenen Gruppen entstehen, indem sie sich wieder zusammenziehen, langsam die Farbe verändern und in die Höhe schießen. Die Bilddiagonale beträgt ca. 9 cm.

Einen einzigen Tag später, man sieht es auf dem folgenden Foto, waren sie schwarz verschmolzen, da schon sehr schwer zu sehen und zu fotografieren an ihrem Standort unten am dunklen, unzugänglichen Waldboden. Hier half nur die Taschenlampe. Am letzten Tag meiner Beobachtungen, also am insgesamt 5 Tag, waren sie bereits deutlich ausgetrocknet. Danach bin ich nicht mehr hin, allerdings war ich vor ein paar Tagen erstaunt, als ich nach längerer Zeit wieder da war und immer noch Überreste erkennen konnte.

Das erste Foto ganz oben zeigt sie in einem Stadium, wo sich ihr Plasmodium, also ihr schleimartiger Zustand langsam verfestigt. Erst zu dem Zeitpunkt werden sie sesshaft. Zuvor sind sie mobil. Das muss man sich immer wieder vor Augen halten, denn es ist so unglaublich. Diese einzelligen Amöben pflanzen sich fort und wachsen. Dann wandern sie als Glibbermasse über Boden, Totholz, Moos, etc. fressen weiter und wachsen. Zu fressen finden sie reichlich: Bakterien, Einzeller, Pilze, auch Insekten. Irgendwann fangen sie dann an zu fruktifizieren, wie auf dem ersten Bild. Dann verbleiben sie an dem Ort.

Noch ein paar abschließende Aufnahmen von dieser Fundstelle: