Fliegende Kamele

Die Entdeckungen gehen weiter.

Heute früh sah ich zum ersten Mal eine Kamelhalsfliege (Raphidioptera). Bei dem langen „Hals“ handelt es sich allerdings um ihre stark verlängerte Vorderbrust, denn Insekten haben keinen Hals. Die aufgenommene Kamelhalsfliege hatte eine Länge von ca. 13-15 mm. Sie gelten als nützlich im Sinne der biologischen Schädlingsbekämpfung schreibt mein altes Bestimmungsbuch. Spannender ist allerdings, dass sie ein lebendes Fossil sind.

Kamelhalsfliegen fressen Insekteneier, Larven, Blattläuse, Rüsselkäfer und andere Insekten. Die Weibchen einiger Arten legen ihre Eier mit ihren langen Legestachenl tief in Rindenritzen, wo ihre Larven z.B. in den Gängen der Borkenkäfer leben und sich von ihnen, ihren Eier und Larven ernähren. So ist es allerdings kein Wunder, dass sie als nützlich gelten.

Ich fand auf dieser Seite einen kurzen Text eines Paläontologen und Geologen, der die Kamelhalsfliegen bereits im Erdmittelalter (Mesozoikum) verortet, welches vor 66 Millionen Jahren endete! Einige von ihnen überlebten den Asteoriden-Einschlag, welcher die Saurier hat aussterben lassen.

Da haben wir es wieder, nur ein kleines Stück von der eigenen Haustür entfernt kann man unglaubliche Entdeckungsreisen machen.

9 Gedanken zu “Fliegende Kamele

  1. Oh, toll! Die kenne ich bislang nur aus meinem Bestimmungsbuch. Ich hätte sie mir viel größer vorgestellt. Witzig, daß sie so klein ist. Vielleicht sehe ich sie jetzt auch mal 🙂 Spannend auch mit den Borkenkäfern. Die Flügelzeichnung ist wunderbar. Daß sie so „alt“ ist, sieht man diesem Insekt irgendwie an. Es hat was urzeitliches. Es gibt eine Pflanzenbestimmungsapp. Ich nutze sie seit kurzem und sie liefert wirklich gute Ergebnisse. Auf weitere spannende Funde!

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    • Oh ja, danke. Einen besonderen habe ich mindestens noch 😉 In meinem Bestimmungsbuch kamen sie mir auch größer vor. Wie das immer so ist. Ich habe auch (diese) app, aber bei nur einem Blatt schafft sie es nicht. Es fällt mir immer schwer daran zu denken, eine Gesamtaufnahme zu machen. Aber auch die Wanzen bringen mich dazu, zu schauen und zu lernen, worauf wie sitze 😀

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      • Manchmal bringen dann die Blüten die Lösung oder der Herbst. Ja, so kommt man von einem zum anderen, wobei ich Insekten irgendwie einfacher finde, als Botanik. Seltsam eigentlich, man muß bei beiden genau gucken, trotzdem fällt mir das eine leichter.

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      • Ach das ist interessant und beruhigt mich. Wie oft gehe ich durch die Natur und denke, dass müsstest du jetzt eigentlich kennen oder immer häufiger merke ich, dass es äußerst sinnvoll wäre, mehr zu kennen, um die Insekten besser zuordnen und wieder entdecken zu können. Aber irgendwie scheint es bei mir nicht zu fruchten, schließlich blättere ich bedeutend lieber durch die hunderte Seiten Wanzen 🤣🤩 im Bestimmbuch. Da hat irgendwas in mir gezündet.

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