Ostseejade – Eine Zimmerreise

Kurz vor knapp meine Zimmerreise mit „F“. Das passt ganz hervorragend, denn hinter dem Begriff Ostseejade versteckt sich der Faserkalk.

Meine Liebe zum Faserkalk kam mit dem Umzug in Ostseenähe. Die Sammelleidenschaft war zuvor durch Nordsee und Eifel bereits vorhanden, so dass es häufiger in den Abendstunden mal an die Steilküste ging und neben Fossilien recht schnell der erste Faserkalkfund erfolgte. Sofort hatte ich eine neue Sammelleidenschaft.

Die meisten Stücke werden in zwei großen Gläsern aufbewahrt. Zuerst haderte ich damit, die Stücke aus den Gläsern zu nehmen, denn ich würde sie ja nie wieder genauso ins Glas zurückbekommen. Aber dies ist die sehr willkommene Gelegenheit für ein kleines Fotoshooting.

Faserkalk ist ca. 50 Millionen Jahre alt und stammt aus dem Zeitalter des Eozän (unteres Tertiär). Man findet ihn in Norddeutschland und Dänemark. Vor um und bei 50 Millionen Jahren entstanden bei der Öffnung des Atlantiks viele Vulkane. Deren Asche wurde in feines Tonsediment eingetragen. Später wuchsen aus diesem feinen Sediment feinste Kalkkristalle in den umgebenden Ton. Hieraus resultiert die Nahtlinie der Faserkalke, die man auf dem zweiten Foto gut bei den abgebildeten Exemplaren erkennen kann. Nicht alle Stücke weisen eine solche Linie auf, da sie an dieser Stelle leicht zerbrechen.

Dunkle Schlieren in den Kalken können auf Ascheablagerungen hindeuten. Da hält man ein kleines Stück Erdgeschichte in der Hand und darin eingeschlossen ist die Asche von vor 50 Millionen Jahren!

Faserkalk eignet sich ebenso wie Bernstein zur Schmuckherstellung, da er sich gut schleifen lässt. Für mich steht er dem Bernstein an Schönheit in nichts nach. Geschliffen habe ich ihn noch nicht, habe das aber irgendwann einmal vor. Es gibt auch eine rosafarbene Variante des Faserkalks, die aber bedeutend seltener ist als die gelb-grünliche Variante, erst recht an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Ich besitze nur ein paar sehr kleine Stücke rosa Faserkalk und habe oben das größte Exemplar davon gezeigt.

Ganz oben auf dem dritten Foto sieht man die Sammelgläser auf der Bar in Kombination mit der Keramikplatte von Cathy Fleckstein. Nicht nur vom Namen her passend zu dieser Zimmerreise, harmonieren Faserkalk und Keramik auch wirklich gut miteinander. Vielleicht lasse ich die Gläser für eine Zeit dort stehen. Darüber hinaus nehme ich mir jetzt einfach mal vor, diese schöne Keramikplatte mit dem Titel „Verwoben“ beim passenden Buchstaben zu würdigen.

11 Gedanken zu “Ostseejade – Eine Zimmerreise

  1. Faserkalk kannte ich noch nicht und du hast Recht, er steht dem Bernstein in nichts nach, auf manche Art und Weise sieht er sogar interessanter aus mit diesen Kanten und Linien. Auch die Farbtöne sind schön. Wieder was dazugelernt. Warum ist der nur so unbekannt (für mich ;-)? Deine Dekoration paßt perfekt zusammen. Die schöne Platte mit den gefüllten Gläsern bildet eine schöne Einheit und gleichzeitig einen guten Kontrast: die großen Steine zu der kleinteiligen Keramik. Danke für den Ausflug. 50 Millionen Jahre, was ist das schon 🙂

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    • Haha. Wahnsinn ist das oder? Merkwürdigerweise lernt man Faserkalk erst kennen, wenn man mit ihm zu tun hat oder auch sehr speziell interessiert ist. Bernstein hingegen ist in aller Munde. Hat wohl einfach auch eine andere Tradition und Verwendung. Ich habe ein einziges vorzeigbares Stück Bernstein, was dann leider in der Mitte durchbrach, da es auch sehr verwittert ist. Aber immerhin. Mich reizt auch die Suche in der wirklich sehr kalten Jahreszeit nicht so 😉 Herbst geht noch, aber Winter an der See? Hatte ich vorletzte Silvester und das Suchen am Strand war die Hölle und immer sehr kurz 🙂

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      • Brrr, nee, nicht bei diesen Temperaturen. Wirklich spannend. Was heißt Norddeutschland? Nur Ostsee oder auch Nordsee? Man möchte ja gleich losziehen 😉 Sieht jedenfalls schön aus. Auch dieses Leuchten ist toll.

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      • Du musst an die Ostsee. Sowohl hier in Schleswig-Holstein und MeckPomm als auch drüben in Dänemark kann man wohl gut was finden. Den Winter habe ich nicht gut genutzt und werde versuchen, den kommenden Herbst bewusster zu nutzen. Man kann allerdings auch den Sommer über fündig werden. Falls es dich mal in der wärmeren Jahreszeit an die See ziehen sollte 🙂

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  2. Pingback: Einladung zu den Zimmerreisen 04/2021 | Puzzleblume ❀

    • Moin Heike, der Name ist hier tatsächlich Programm und bestimmt auch die Fundregion. Er ist auch in Kiesgruben auffindbar, aber in Richtung Nordsee dürfte man ihn wohl nicht finden. Dank dir für die guten Wünsche 🙂

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