Tintlingsdezett

Ich mag sie die Tintlinge, wie sie im Herbst links und rechts des Wegs durchs Laub stoßen und sich dann verwandeln. Früher habe ich gar nicht gewusst, dass es sich um ein und denselben Pilz handelt und im letzten Jahr habe ich gelernt, dass es neben dem Schopftintling auch einen Spechttintling gibt. Bis dahin hatte ich mich nur gewundert, dass er manchmal irgendwie anders aussieht, der Schopftintling (lach).

Der Schopftintling (Coprinus comatus)  ist übrigens ess- und sogar genießbar. Allzu viel Zeit darf man sich allerdings mit dem Verzehr nicht lassen, sonst zerfließt er zu Tinte. Mit dieser Tinte kann man überdies ganz wunderbar schreiben, denn die Bezeichnung Tintling rührt daher, dass früher mit diesem Pilz Tinte hergestellt wurde. Daran hatte ich trotz ihres Namens bisher noch nie gedacht. Über die Tintenherstellung habe ich gerade auf dieser Seite gelesen. Es ist doch immer wieder schön, womit andere Menschen so ihre Freizeit verbringen.

Der Specht- oder Elsterntintling (Coprinopsis picacea) gehört zur Familie der Mürblingsverwandten. Wo wir endlich mal wieder bei interessanten Namen wären. Ich stelle mir kleine Mürblinge vor … . Der zu Beginn eiförmige Pilzhut bricht mit der Zeit an einigen Stellen auf, das dunklere Innere bricht hervor und das weiße Äußere bleibt in Flocken kleben. Dieser Zustand soll an einen Specht (genauer seinen Rücken), bzw. an das Gefieder einer Elster erinnern. Hm! Wie man sich so die (deutschen) Pilznamen zusammenreimt.

Und weil’s so schön ist, noch drei Duette von Specht- und Schopftintling.

Hoch oben

Es sind diese kleinen Überraschungen beim Betrachten der Fotos am Rechner, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Hier hat sich ein Springschwanz hoch oben auf einem Moos-Samenstand ins Bild geschlichen, welches eine schöne nachweihnachtliche Stimmung verbreitet.

Wassertropfenschwebkunst

Mit diesem Naturkunstwerk wünsche ich euch schöne, besinnliche und ruhige Weihnachtstage. Ich habe den Fund dieser Tropfenansammlung mal wieder meiner Hündin zu verdanken. Vielleicht kriegt sie dann gleich was von der Gans ab …

Rote Tropfen in violetten Schichten

Mal etwas anderes, aber nicht minder Interessantes und Schönes als Schleimpilze: Der Violette Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum). Er wächst an Totholz, sehr gern und gut sichtbar auch an den Schnittkanten. Bei näherer Betrachtung kann man oft ganz kleine rote Tropfen erkennen, es sieht fast aus, als weinte der Pilz blutrote Tränen. Man kann sie zum Glück so gerade noch mit bloßem Auge erkennen (der folgende Pilz ist nur einige cm groß) und dann ganz entspannt das Makro zur Hilfe nehmen.

Bei den „Tränen“ handelt es sich um sogenannte Gutattionstropfen. Ein neues Wort für mich. Bei der Guttation geben Pflanzen und Pilze Flüssigkeit ab. Das ist offenbar notwendig, damit im Zustand einer Wassersättigung   eine Transportstörung von Mineralstoffen vermieden wird.

Dann gab es noch einen kleinen unerwarteten Zaungast. Ich bin mir noch nicht sicher, wer es ist. Ich würde sagen, er war so um die 5-7 mm groß.

Schachtelhalm Mikado

Neben den Pilzen gedeiht bei diesem feucht kaltem Wetter offenbar auch der Schachtelhalm am Kupfermühlenteich prächtig. Wenn ich mir die Jahreszeit so anschaue, müsste es sich eigentlich um den Winterschachtelhalm (Equisetum hyemale) handeln. Diese Halme ziehen meinen Blick magisch an und üben eine große Faszination auf mich aus. Sie leuchten sogar! Was braucht man mehr an diesen eher trüben Tagen.